Vermischtes
Trauer um Rosemarie Fendel

Donnerstag, 14.03.2013, 16:31 Uhr

Das bestätigte Fendels Berliner Management Goldschmidt am Donnerstag. Die Charakterdarstellerin war als große Dame der alten Schule bekannt. Auf die Nachricht von ihrem Tod reagierten Weggefährten bestürzt.

«Rosemarie Fendel war eine Grande Dame der deutschen Film- und Fernsehgeschichte», sagte ZDF-Fernsehspielchef Reinhold Elschot in einer Mitteilung. Sie gab einer Vielfalt von Charakteren ihr Gesicht und überzeugte die Zuschauer in Komödien und Melodramen gleichermaßen.» Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor sagte in einer Mitteilung: «Sie war eine der ganz großen Schauspielerinnen, die ihrer Berufung bis zu ihrem Lebensende nachgehen konnte.»

Fendels Werk lebe in ihren Rollen weiter, die sie mit großer menschlicher Wärme und Authentizität verkörpert habe, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) laut Mitteilung. «Ihr Gesicht hat die Fernseh- und Bühnenwelt über Deutschlands Grenzen hinaus geprägt.»

Die in Metternich bei Koblenz geborene Fendel wurde in Film und Fernsehen vor allem durch Rollen in der Literaturverfilmung «Trotta» (1972) sowie in den Komödien «Ödipussi» (1988) und «Schtonk» (1992) bekannt. Sie trat auch in der Serie «Der Havelkaiser» ( ARD ) und im ZDF-Klassiker «Der Kommissar» auf sowie in den Reihen «Der Staatsanwalt» ( ZDF ), « Polizeiruf 110 » (ARD) und «Pfarrer Braun» (ARD).

Ihr Debüt hatte Fendel 1946 an den Kammerspielen in München gegeben. Später holte Gustaf Gründgens sie nach Düsseldorf ans Schauspielhaus. Es folgten Auftritte in Darmstadt, München und Frankfurt am Main und Arbeiten als Synchronsprecherin: Elizabeth Taylor, Jeanne Moreau und Annie Girardot verlieh Fendel ihre Stimme.

Rosemarie Fendel war bis 1962 verheiratet mit dem Regisseur Hans von Borsody (83) - aus ihrer Ehe ging Suzanne von Borsody (55) hervor, die ebenfalls Schauspielerin ist. Rund sechs Jahre lang hatte Fendel nach der Geburt ihrer Tochter ihre Arbeit als Schauspielerin unterbrochen. Sie spielten auch gemeinsam, zum Beispiel im ARD-Film «Mensch Mutter» 2003.

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