Stagnierende Infektionszahlen
Die Corona-Notbremse greift

Berlin -

Hat die dritte Welle in der Pandemie an Wucht verloren? Forscher beobachten ein Plateau bei den Infektionszahlen. Es könnte ein erster Vorbote für sinkende Zahlen sein.

Montag, 03.05.2021, 09:32 Uhr
Stagnierende Infektionszahlen: Die Corona-Notbremse greift
Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/

Gut eine Woche  nach Inkrafttreten der bundesweiten Corona-Notbremse ziehen Vertreter der Ärzteschaft sowie der kommunalen Spitzenverbände eine weitgehend positive Bilanz. Die bundesgesetzliche Neuregelung, die seit dem 24. April in zahlreichen Städten und Landkreisen gilt, habe vor allem die Akzeptanz in der Bevölkerung gestärkt, lautet ein einhelliges Urteil. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, sieht den „Flickenteppich verschiedener Regelungen in den Ländern“ durch die Bundes-Notbremse reduziert, was für mehr Klarheit bei den Menschen sorge. „Bessere Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit der Regelungen sorgt für mehr Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern und damit auch für konsequentere Einhaltung der Regeln“, sagte Landsberg unserer Redaktion. Auch die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, zog eine positive Bilanz „Den meisten Menschen fällt es leichter, Maßnahmen zu akzeptieren, die überall gleichermaßen gelten“, so Johna. Aus Sicht der Intensivmediziner hat die Bundes-Notbremse sogar „viele Tausend Menschenleben retten können“, wie der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, sagte.

Die Corona-Zahlen waren in den vergangenen Tagen stetig gesunken, auch am Wochenende setzte sich die Entwicklung fort. Die Marburger-Bund-Chefin führt dies jedoch nicht alleine auf die Notbremse zurück. „Einige Bundesländer haben ja schon vorher präventiv gehandelt und damit das Infektionsgeschehen eingedämmt“, so Johna. Zudem beobachtet sie einen „Vorlaufeffekt“, wonach viele Menschen bereits während der Ostertage und danach ihre Kontakte reduziert hätten.

Auch die Intensivmediziner beurteilten die Entwicklung insgesamt positiv. „Auf den Intensivstationen werden wir dieses rückläufige Infektionsgeschehen in ei­ner Woche sehen können, davon sind wir überzeugt“, sagte Divi-Präsident Marx. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen sinken wird – „und das hängt dann unmittelbar mit den Maßnahmen der Bundes-Notbremse, wie aber auch dem deutlichen Fortschritt beim Impfen zusammen“.

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