Barsch im Ohr
Leder aus Fischhäuten wird zu Schmuck verarbeitet

Bei Ramona Stelzer wird Nachhaltigkeit groß geschrieben. Die Designerin fertigt aus Fischhäuten edle Schmuckstücke.

Donnerstag, 01.08.2019, 10:25 Uhr aktualisiert: 01.08.2019, 12:20 Uhr
Designerin Ramona Stelzer stanzt ein Stück aus der Haut eines Rochen heraus.
Designerin Ramona Stelzer stanzt ein Stück aus der Haut eines Rochen heraus. Foto: Jens Büttner

Wismar (dpa) - In der Lebensmittelindustrie sind sie Abfall, in einer Manufaktur in Wismar werden sie zu edlen Schmuckstücken: Fischhäute. Mit pflanzlichen Mitteln zu weichem Leder gegerbt, setzt Designerin Ramona Stelzer kleine Stücke als Highlight auf Ohrstecker, Ringe, Ketten, Krawattennadeln oder Manschettenknöpfe.

Beliebt ist zum Beispiel gefärbtes Leder vom Rochen, dessen glatte Oberfläche zahllose kleine Kreise, die «Perlen», beleben. Lachsleder schimmert silbern, Leder vom Aal ist extrem dünn, Barschleder gibt es auch in einer Wildleder-Variante.

Einen Teil ihres Materials bezieht die Designerin von einem in Bayern lebenden Nachfahren des sibirischen Volkes der Nanai. Anatol Donkan hat das pflanzliche Gerbverfahren seiner Vorfahren weiterentwickelt, die aus Fischleder einst Kleidung, Schuhe, Segel und Zelte machten.

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