Revitalisierung
Neuer Glanz für Warschauer Stadtteil Praga

Beim Warschauer Stadtteil Praga ist immer öfter die Rede vom neuen In-Bezirk. Über Jahre vernachlässigt, polieren Polens Behörden das Viertel nun auf. Als «hip» gilt Praga bei vielen Polen aber noch nicht. Sie schätzen die Gegend aus einem anderen Grund.

Donnerstag, 30.03.2017, 08:25 Uhr

An den Altbauten im Stadtteil Praga von Warschau hat der Zahn der Zeit genagt.
An den Altbauten im Stadtteil Praga von Warschau hat der Zahn der Zeit genagt. Foto: Natalie Skrzypczak

Warschau (dpa) - Auf den Warschauer Vorkriegsbauten prangen Graffitti, von ihren Fassaden blättert der Putz: Lange haben polnische Behörden den Stadtteil Praga am rechten Weichselufer vernachlässigt, nun hauchen sie ihm wieder mehr Leben ein.

Obwohl das Viertel immer öfter als Szenebezirk bezeichnet wird, ist es noch nicht bei allen Polen angesagt. Denn viele der alten Gebäude sind unsaniert, oft fehlen ihnen sogar Bad und Küche. Die Warschauer schätzen Praga aber wegen seiner Originalität: Im Gegensatz zum wiederaufgebauten historischen Zentrum erinnere das etwas abgelegene Viertel an das Antlitz der Hauptstadt in der Vorkriegszeit, sagen sie.

Während der Rest Warschaus im Krieg fast komplett zerstört wurde, blieben in Praga viele Altbauten erhalten. Starregisseur Roman Polanski drehte hier Szenen seines Films «Der Pianist».

Renovierungsarbeiten der Stadt lockten Künstler und Studenten in die Gegend. Einige hippe Cafés, Restaurants und Geschäfte eröffneten. Mehrere Jahre werden die Arbeiten noch dauern, bis dahin kann sich Praga weiter einen Namen als In-Bezirk machen.

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