Kunst
Museumschefs gegen Verkauf der Portigon-Sammlung

Düsseldorf (dpa) - Die Direktoren mehrerer großer Museen in Nordrhein-Westfalen haben gegen den angekündigten Verkauf der Kunstsammlung der ehemaligen Landesbank WestLB scharf protestiert.

Mittwoch, 07.01.2015, 14:19 Uhr

Der Kunstverkauf sei eine «kulturpolitische Bankrott-Erklärung» auch der NRW-Landesregierung, die nicht entschieden genug eingeschritten sei, hieß es am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung.

Die Kunstwerke gehörten eigentlich den Bürgern in NRW , betonten die Direktoren. «Wir fordern einen sofortigen Stopp der Verkaufsvorbereitungen sowie eine gründliche juristische Prüfung, wie diesem Ausverkauf kultureller Güter ein Riegel vorgeschoben werden kann.» Die WestLB-Nachfolgerin Portigon will die rund 400 Werke umfassende Sammlung verkaufen.

Zugleich kündigten die Direktoren an, nicht auf das Angebot des Portigon-Chefs Kai Wilhelm Franzmeyer einzugehen, die Werke vor dem Verkauf Museen für eine gewisse Zeit für Ausstellungen zur Verfügung zu stellen. «Unsere Häuser dürfen nicht zum Durchlauferhitzer für den Kunstmarkt werden.» «Zynisch» sei angesichts der aktuellen Preise auch die Offerte, dass öffentliche Sammlungen die Werke «zum Marktpreis» ankaufen könnten.

Die Erklärung ist unterzeichnet unter anderem von den Direktoren der Kunstsammlung NRW, des Aachener Ludwig Forums , des Kunstmuseums Bonn, des Museums Abteiberg Mönchengladbach und des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster.

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