Kunst
Limbach für Rückgabe «entarteter Kunst» an Museen

München (dpa) - Die frühere Bundesverfassungsgerichts-Präsidentin Jutta Limbach möchte die vom NS-Regime 1937 als «entartet» beschlagnahmten Bilder an die deutschen Museen zurückgeben lassen, in denen sie beschlagnahmt worden waren.

Donnerstag, 20.11.2014, 10:29 Uhr

Das zugrundelegende NS-Gesetz sei unwirksam, sagte Limbach der « Süddeutschen Zeitung ». Die heutigen Besitzer sollten die Bilder zurückgeben. Würde Limbachs Vorschlag umgesetzt, könnte das einen großen Ringtausch unter den deutschen Museen zur Folge haben und in den vergangenen Jahrzehnten von den Museen aufgebaute Sammlungen auseinanderreißen.

Der NS-Staat hatte Werke von Max Beckmann , George Grosz, Wassily Kandinsky, Paul Klee und vielen anderen zeitgenössischen Künstlern als « entartet » aus deutschen Museen verbannt und ins Ausland verkauft. Von dort wurden nach dem Krieg viele Bilder von deutschen Museen wieder gekauft. Limbach sagte, staatliche Museen sollten diese Bilder jetzt jenen deutschen Ausstellungshäusern geben, denen sie vor 77 Jahren gehört hatten. Heutige private Besitzer könne man aber nicht «ohne Weiteres» einbeziehen.

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