Film
Der Gentleman, der nichts ausließ: George Hamilton wird 75

Immer braungebrannt, immer elegant - das muss ein Hollywoodstar sein. Ist er auch, und jetzt wird er 75. George Hamilton hat seine Lebenszeit genutzt - vor allem im privaten Bereich.

Mittwoch, 06.08.2014, 14:52 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 06.08.2014, 14:48 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 06.08.2014, 14:52 Uhr

New York (dpa) - Warum hat man nicht lieber sein Leben verfilmt? Ein ständig sonnengebräunter Schauspieler, der ein Verhältnis mit seiner Stiefmutter und diversen Schönheitsköniginnen hat, der mit Diktatoren befreundet ist und mit der Tochter eines US-Präsidenten schläft.

All das sagt man George Hamilton nach - und er sagt es auch selbst über sich. In der Film- und Fernsehwelt kennt man George Stevens Hamilton IV als stets eleganten Mann, wie geschaffen für seriöse Rollen - und sei es ein Vampir. Jetzt (12. August) wird er 75.

Was war noch gleich die wichtigste Rolle von George Hamilton? Das ist gar nicht so einfach zu sagen, weil er ein Superstar wie Robert Redford oder Paul Newman nie wurde. Dabei hat Hamilton in mehr als 50 Filmen mitgespielt und war noch öfter im Fernsehen zu sehen. Er war immer gefragt, wenn es um einen Gentleman ging - selbst wenn der dann falsch spielte und eine Intrige nach der anderen spann.

So spielte er in «Der Pate III» und «Der Denver-Clan», in der Westernkomödie «Viva Maria!» und im Sklaverei-Drama « Roots ». Gleich mehrfach war er bei «Columbo» dabei, natürlich immer böse, aber elegant. Sein größter Erfolg war aber 1979 «Liebe auf den ersten Biss». Hamilton spielt einen verarmten Vampir («Eure Knauserigkeit»), der sich plötzlich im modernen New York zurechtfinden muss. Der Überfall auf eine Bank (natürlich eine Blutbank) macht ihm aber nicht halb so viel Spaß wie die Liebe zur New Yorkerin Cindy (Susan Saint James). Schließlich flattern beide als Fledermäuse davon.

Vor fünf Jahren, da war er schon 70, zog er für die englische Ausgabe von «Ich bin ein Star, holt mich hier raus!» in den Dschungel. Den erstaunten Mitleidenden erklärte er, dass er vier Jahrzehnte vorher eine Affäre mit Lynda Johnson gehabt habe - damals Tochter des amtierenden US-Präsidenten. An anderer Stelle behauptete er, Beziehungen zu vier «Miss Worlds» gehabt zu haben.

Dass er freundschaftliche Beziehungen zu Imelda, der Witwe des früheren philippinischen Diktators Ferdinand Marcos, hat, sorgt seit langem für Naserümpfen. Es geht noch besser: 2008 behauptete Hamilton in einem Fernsehinterview, er habe eine Affäre mit seiner eigenen Stiefmutter gehabt. Sie war Ende 20 - er zwölf. Auf die Frage, ob er ein Opfer gewesen sei, ein Verführter, lachte er nur.

Vor ein paar Jahren zog Hamilton gar, zumindest für ein paar Monate im Jahr, nach Düsseldorf. Der Grund war auch hier eine Frau und so konnten die Rheinländer zuweilen einen Hollywoodstar sehen, der Familienhund «Dodo» ausführte.

Er möge den Menschenschlag, sagte er: Die Düsseldorfer seien offen genug für ein freundliches Gespräch und vornehm genug, ihn nicht mit Autogrammwünschen zu bedrängen.

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