Vereidigung
Joe Biden setzt auf große Stars

Münster/Washington -

Wann hat es so eine Amtseinführung schon einmal gegeben? Die Lage ist so angespannt wie selten zuvor in der Hauptstadt Washington: Rigorose Sicherheitsvorkehrungen, Tausende von Nationalgardisten und abgesperrte Zonen prägen das Bild. Auf der anderen Seite ein angehender Präsident Joe Biden, der seine Botschaft der Vereinigung ins Land tragen möchte. Viele Stars sind dabei.

Dienstag, 19.01.2021, 19:25 Uhr aktualisiert: 19.01.2021, 19:30 Uhr
Viele Prominente beteiligen sich an der Amtseinführung Joe Bidens, darunter auch Lady Gaga.
Viele Prominente beteiligen sich an der Amtseinführung Joe Bidens, darunter auch Lady Gaga. Foto: dpa

Wann hat es so eine Amtseinführung schon einmal gegeben? Die Lage ist so angespannt wie selten zuvor in der Hauptstadt Washington: Rigorose Sicherheitsvorkehrungen, Tausende von Nationalgardisten und abgesperrte Zonen prägen das Bild. Dazu ein Noch-Präsident Donald Trump, der bis zum Schluss das Wahlergebnis nicht anerkennt und entgegen aller Gepflogenheiten bei der Zeremonie nicht dabei sein wird. Werden seine teils militanten und bewaffneten Anhänger, die erst vor ein paar Tagen das Kapitol gestürmt haben, bei der Vereidigung erneut ihr Unwesen treiben? Es herrscht Furcht vor einem Attentat.

Biden will Glamour und Leichtigkeit

Auf der anderen Seite ein angehender Präsident Joe Biden, der seine Botschaft der Vereinigung ins Land tragen, den Neustart inszenieren und die Demokratie zelebrieren möchte – im großen Stil, mit Glamour und Leichtigkeit. Um Bidens Motto – die Einheit der Nation – zu symbolisieren, werden fast 200 000 Staats-, Stadt- und sonstige Flaggen aus dem ganzen Land auf der „National Mall“, dem Platz vor dem Kapitol, auf­gestellt.

Sturm auf das Kapitol in Washington

1/19
  • Eskalation in Washington: Polizisten mit gezogenen Waffen beobachten, wie Demonstranten versuchen, in die Kammer des Repräsentantenhauses im US-Kapitol einzudringen.

    Foto: J. Scott Applewhite (dpa)
  • Während der Kongress sich darauf vorbereitet, den Sieg des gewählten Präsidenten Joe Biden zu bestätigen, haben sich Tausende von Menschen versammelt, um ihre Unterstützung für Präsident Donald Trump und seine Behauptungen über Wahlbetrug zu zeigen. Sicherheitskräfte versuchen, sie aufzuhalten.

    Foto: Andrew Harnik (dpa)
  • Die Polizei überwacht Demonstranten, die versucht haben, durch eine Polizeiabsperrung zu brechen am Kapitol in Washington.

    Foto: Julio Cortez (dpa)
  • Unterstützer des US-Präsidenten Trump versuchen eine Absperrung vor dem Kapitol zu durchbrechen.

    Foto: John Minchillo
  • Vor der Eskalation nahmen Tausende Menschen an einer Kundgebung zur Unterstützung des US-Präsidenten Trump teil.

    Foto: Jacquelyn Martin
  • Donald Trump, noch amtierender Präsident der USA, erneuerte seine haltlosen Behauptungen über Betrug bei der Abstimmung. Seinem Stellvertreter Mike Pence warf er wegen dessen Weigerung, die Bestätigung der Wahlergebnisse im Kongress zu verhindern, mangelnden Mut vor.

    Foto: Evan Vucci
  • Nach der Rede Trumps marschierten Hunderte seiner Unterstützer auf den Parlamentssitz zu.

    Foto: Julio Cortez
  • Einige lieferten sich dort Handgreiflichkeiten mit Einsatzkräften.

    Foto: Julio Cortez
  • Vizepräsident Mike Pence eröffnete als Präsident des Senats im Kapitol die Sitzung, um die Stimmen des Electoral College zu zählen, die bei der Wahl im November abgegeben wurden. Rechts steht die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi.

    Foto: Saul Loeb
  • Nach dem Sturm auf das Kapitol wurde das Parlamentsgebäude evakuiert. Die Abgeordneten wurden in Sicherheit gebracht.

    Foto: Greg Nash
  • Eindringlinge im US-Kapitol: Polizisten beobachten Demonstranten in einem Flur in der Nähe der Senatskammer.

    Foto: Manuel Balce Ceneta
  • Gezogene Waffen im Parlament: Polizisten mit gezogenen Waffen beobachten, wie Demonstranten versuchen, in die Kammer des Repräsentantenhauses im US-Kapitol einzudringen.

    Foto: J. Scott Applewhite
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa

Biden wäre nicht der Erste gewesen, der im Inneren des Kapitols den Eid gesprochen hätte – wegen der Januarkälte hatte beispielsweise Ronald Reagan 1985 auf einen Auftritt im Freien verzichtet. Doch gerade weil erst vor ein paar Tagen auf den Treppen des Kapitols der Mob randaliert hat, will ­Biden sich genau an dieser Stelle dem Volk zeigen. Frei nach dem Motto: Jetzt erst recht! Biden-Sprecherin ­Kate Bedingfield teilte mit: „Unser Plan und unsere Erwartung ist es, dass der gewählte Präsident Biden seine Hand auf die Bibel legen wird, mit seiner Familie, draußen an der Westseite des Kapitols.“ Dies werde ein „unglaublich wichtiges“ Bild der Widerstandsfähigkeit der US-Demokratie in die Welt senden.

Besonders bewegend dürfte auch die Vereidigung der künftigen Vizepräsidentin Kamala Harris werden. Sie ist die erste Frau und die erste Schwarze in dem Amt: ein historischer Moment. Afroamerikaner dürfen erst seit 1865 der Vereidigung beiwohnen, als Abraham Lincoln die zweite Amtszeit antrat. Er steht für die Ab­schaffung der Sklaverei.

Diese Stars sind dabei

Bereits am Donnerstag hatte Biden angekündigt, dass bei der Amtseinführung vor dem Kapitol die Pop­musikerin Lady Gaga die ­US-Nationalhymne singen werde. Auch die Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez werde auftreten.

Großer Bahnhof auch bei der anschließenden Kranzniederlegung am Militärfriedhof Arlington: Es sollen auch die früheren Präsidenten Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton anwesend sein. Anschließend wird Biden vom US-Militär dann ins Weiße Haus eskortiert, das Trump dann hoffentlich verlassen hat.

Wegen der Corona-Pandemie wird es keine Parade ­geben. Doch ein ganzes ­Arsenal von Rockmusikern, Künstlern und Schauspielern soll dies ausgleichen: Bei einer Sondersendung am Abend werden die Foo Fighters sowie die Sänger John Legend und Bruce Springsteen auftreten. Jon Bon Jovi und Justin Timberlake sind ebenfalls dabei. Die Show wird von Schauspieler Tom Hanks moderiert.

Die meisten Teilnehmer hatte Barack Obama bei seiner ersten Vereidigung 2009. Damals war Biden sein Vize. Auch wenn diesmal weniger „live“ dabei sind, könnte die Zahl der Zuschauer an den Bildschirmen weltweit einen neuen Rekord setzen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7774611?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819391%2F819393%2F
Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Liveticker: Die aktuellen Nachrichten zur Corona-Entwicklung im Münsterland
Nachrichten-Ticker