Über 100 Verletzte
Bombe in Koranschule in Pakistan tötet Kinder

Koranschüler kommen am Morgen zum Lernen zusammen. Eine gewaltige Explosion in der Koranschule reißt viele in den Tod, Dutzende werden verwundet. Polizei und Sicherheitskräfte fahnden nach dem Täter.

Dienstag, 27.10.2020, 11:25 Uhr
Polizisten stehen am Ort der Explosion in der Koranschule in Peshawar.
Polizisten stehen am Ort der Explosion in der Koranschule in Peshawar. Foto: Muhammad Sajjad

Islamabad (dpa) - Bei einer Bombenexplosion in einer Koranschule sind im Nordwestens Pakistans mindestens acht Koranschüler getötet worden. Mehr als 110 weitere seien bei dem Vorfall in der Stadt Peshawar verwundet worden, teilten Behördenvertreter mit.

Ein Unbekannter werde verdächtigt, rund sechs Kilogramm Sprengstoff in der Koranschule platziert zu haben, sagte ein Polizist. Premierminister Imran Khan verurteilte die Tat als «feigen, barbarischen Angriff» und versprach, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

In den Krankenhäusern der Stadt wurde der Notstand ausgerufen, Polizei und Sicherheitskräfte wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Viele der verletzten Jungen zwischen 8 Jahren und Mitte 20 befänden sich in einem kritischen Zustand, sagte ein Krankenhausarzt. Die meisten der Opfer hatten demnach Verbrennungen. Viele der Schüler stammen aus dem Nachbarland Afghanistan.

Ein Lehrer sagte dem pakistanischen Sender «Dunya News»: «Es war ein schreckliches Geräusch, gewaltig und ohrenbetäubend. Ich war in einem anderen Teil des Gebäudes. Als ich hinausrannte, gab es Feuer, Rauch und Zerstörung». Leblose Körper seiner Freunde hätten in Blut gelegen, sagte der Lehrer der Koranschule, Mohammed Adnan Hakkani.

Etwa 100 Kinder und Jugendliche sollen sich zum Zeitpunkt der Explosion in dem Seminargebäude aufgehalten haben. Fernsehbilder zeigten ein Trümmerfeld im Inneren der Koranschule. Zunächst bekannte sich niemand zum Anschlag. Die pakistanischen Taliban TTP bestritten, für die Bombenexplosion verantwortlich zu sein.

Im Nordwesten Pakistans war es nach einer Militäroffensive gegen islamistische Terrorgruppen im Jahr 2014 lange Zeit ruhig. Immer wieder kam es in der Grenzregion zu Afghanistan jedoch zu Angriffen islamistischer Extremisten. Das Attentat erinnert an den Anschlag pakistanischer Taliban, die 2014 in einer Schule in Peshawar mehr als 150 Menschen getötet hatten, vor allem Kinder und Jugendliche.

© dpa-infocom, dpa:201027-99-95194/6

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