Vor rechtsgerichteter Demo
Zeichen für Toleranz: Köthener malen Innenstadt bunt an

Köthen (dpa) - Vor einer geplanten Demonstration mehrerer rechtsgerichteter Gruppierungen haben die Menschen im sachsen-anhaltischen Köthen ihren Marktplatz bunt angemalt. Die Anhaltische Landeskirche und die Stadt Köthen hatten zu der Aktion aufgerufen, um so ein sichtbares Zeichen für Frieden und Toleranz zu setzen.

Samstag, 15.09.2018, 19:24 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 19:20 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 15.09.2018, 19:24 Uhr
Mit Malkreide haben viele Bürgerinnen und Bürger Botschaften auf den Boden einer Straße in der Nähe des Marktplatzes gemalt und geschrieben.
Mit Malkreide haben viele Bürgerinnen und Bürger Botschaften auf den Boden einer Straße in der Nähe des Marktplatzes gemalt und geschrieben. Foto: Sebastian Köhler

Eine große brennende Kerze wurde auf das Pflaster gemalt, umrahmt von einer Blume und einer Friedenstaube. «Friede sei mit dir!» war in großen Buchstaben zu lesen. Oberbürgermeister Bernd Hauschild (SPD) sagte: «Die Köthener haben ausgedrückt, was sie empfinden, wenn es um Frieden und um Trauer geht.» Schätzungsweise 200 bis 300 Menschen hätten sich beteiligt.

Eine Woche nach dem Herzinfarkt-Tod eines 22-Jährigen nach einem nächtlichen Streit in Köthen sind für Sonntag wieder Demonstrationen angekündigt. Zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz und einem anschließenden Aufmarsch hat der rechtsgerichtete Verein «Zukunft Heimat» unter anderem gemeinsam mit dem fremdenfeindlichen Dresdner Pegida-Bündnis aufgerufen. Die AfD zählt nicht zu den Veranstaltern, Mitglieder hatten allerdings zum Teil dafür in ihren Netzwerken geworben und eine Teilnahme angekündigt. Mehrere Bündnisse gegen Rechts haben zu einer Protestveranstaltung aufgerufen.

Nach Behördenangaben starb der schwer herzkranke 22-Jährige in der Nacht zum vergangenen Sonntag an einem Infarkt, nachdem er sich schlichtend in einen Streit zwischen mehreren Afghanen eingeschaltet hatte und ins Gesicht geschlagen wurde. Zwei 18 und 20 Jahre alte Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

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