„Verschleppt: Imagining Argentina“
Edle Abssicht

Online: Antonio Banderas und Emma Thompson erleben die Brutalität der argentinischen Militärjunta von 1976. Realistisches Drama um die historischen Wunden des Landes

Donnerstag, 15.04.2021, 13:02 Uhr
Carlos (Antonio Banderas) sucht seine entführte Frau.
Carlos (Antonio Banderas) sucht seine entführte Frau. Foto: Tiberius

Eine lohnenswerte Ausgrabung ist das britische Drama „Verschleppt – Imagining Argentina“ (2003), das nie in deutschen Kinos lief und um die Wunden kreist, die die brutale Militärjunta dem Land zwischen 176 und 1983 zufügte, als 30.000 Menschen verschleppt, gefoltert und getötet wurden. Carlos (Antonio Banderas) ist Leiter eines Kindertheaters, Gattin Cecilia (Emma Thompson) engagierte Journalistin, die über vermisste Kinder schreibt. Als sie entführt wird, entdeckt Carlos „seherische“ Fähigkeiten: Er kann das Schicksal vermisster Personen visualisieren. Carlos verfolgt die Spur von Cecilia, die geflohen, gefangen, gefoltert und über mehrere Stationen verschleppt wird. Regisseur Christopher Hampton schafft eine Atmosphäre glaubhafter Beklemmung, deren Realismus durch Banderas’ Sehergabe unterlaufen wird. Thompson hat als gedemütigte Journalistin die intensivere Rolle.

Der Film ähnelt Coasta-Gavras’ perfekterem Politthriller „Missing“ (1981) mit Jack Lemmon und Sissy Spacek, die in Chile Lemmons verschwundenen Sohn suchen. In „Imagining Argentina“ zählt letztlich die edle Absicht.

                                     

 

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