Sonderausgabe
Frankfurter Buchmesse will «Signale der Hoffnung senden»

Wegen der Corona-Pandemie ist eine Buchmesse wie in den Vorjahren nicht möglich. Nun folgt «ein Jahr des Ausprobierens».

Montag, 21.09.2020, 14:22 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 14:26 Uhr
Juergen Boos: «Das Geschichtenerzählen ist gerade in so einer Situation extrem wichtig.».
Juergen Boos: «Das Geschichtenerzählen ist gerade in so einer Situation extrem wichtig.». Foto: Andreas Arnold

Frankfurt/Main (dpa) - Mit einer Mischung aus Lesefest und Digitalangeboten will die Frankfurter Buchmesse auch im Corona-Jahr Autoren und Leser, Verlage und Händler zusammenbringen. Nach der Absage der Hallenausstellung haben die Organisatoren am Montag das Programm der Sonderausgabe 2020 präsentiert.

Daran werden nach Angaben von Buchmessen-Direktor Juergen Boos zwischen 14. und 18. Oktober 2800 Aussteller aus rund 90 Ländern digital teilnehmen. Die Buchmesse wolle «Signale der Hoffnung senden», sagte Marketing-Chefin Katja Böhne.

In der Festhalle der Frankfurter Messe wird eine Bühne aufgebaut, auf der über fünf Tage 60 Veranstaltungen zu erleben sind. 450 Zuschauer dürfen dem Hygieneplan zufolge nach Vorab-Registrierung jeweils live dabei sein, alle anderen können sich den Livestream im Internet ansehen.

Dazu kommen 77 Veranstaltungen an 35 Orten in der Stadt. Rund 120 Autoren lesen aus ihren Werken und diskutieren darüber. Wie viele Besucher zu diesem «Bookfest» zugelassen sind, hängt an den Bedingungen der jeweiligen Gastgeber, auch hierzu muss man sich vorher anmelden. Wer nicht nach Frankfurt kommen kann, präsentiert sich beim «Bookfest digital» im Netz.

Das Fachprogramm findet in diesem Jahr ausschließlich im Internet statt. Die Buchmesse hat für die Fachbesucher 70 Stunden Programm auf die Beine gestellt. Für Rechtehändler wird eine digitale Handelsplattform eingerichtet, die auch nach der Messe weiter bestehen soll. Sogar die Bar eines berühmten Hotels, in dem früher nach der Buchmesse heftig gefeiert wurde, soll als «The Hof» digital nachgebaut werden.

«Es ist ein Jahr des Ausprobierens», sagte Boos. Das Hybrid-Format aus Präsenzveranstaltungen für das Publikum und einer digitalen Messe für Fachbesucher sei ein Experiment. Angesichts der Reisebeschränkungen für internationale Gäste habe es in diesem Jahr keinen anderen Weg gegeben. Die Messe ganz abzusagen, sei keine Option gewesen: «Das Geschichtenerzählen ist gerade in so einer Situation extrem wichtig.»

Weil die meisten Angebote kostenlos sind, rechnet die Buchmesse in diesem Jahr mit einem Millionenverlust. Anderseits böten die neuen Formate auch Chancen, etwa größere Reichweite. Viele Plattformen und Formate blieben auch nach der Messe erhalten, sagte Boos. «Es geht länger, es geht weiter.»

Die Eröffnungs-Pressekonferenz am 13. Oktober wird digital stattfinden, literarischer «Key Note Speaker» ist der israelische Autor und Friedenspreisträger David Grossman. Die Eröffnungsfeier am Abend soll dann live in der Festhalle stattfinden. Eröffnet wird die Messe von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

© dpa-infocom, dpa:200921-99-649761/3

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7594920?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819391%2F819397%2F
Nachrichten-Ticker