TV-Tipp
Das schönste Mädchen der Welt

Es geht um eine junge Liebe und um Eifersucht. Cyril wenigstens sind alle Mittel recht, um bei Roxy zu landen.

Sonntag, 09.08.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 09.08.2020, 05:01 Uhr
Die Hauptdarstellerin Luna Wedler in «"Das schönste Mädchen der Welt».
Die Hauptdarstellerin Luna Wedler in «"Das schönste Mädchen der Welt». Foto: Jens Kalaene

München (dpa) - Für Cyril steht es ganz klar fest: «Das schönste Mädchen der Welt» ist Roxy. Aber wie kann er bei ihr landen, wo er doch eine riesige Nase im Gesicht hat? Ganz einfach: mit gereimten Raptexten und Liebesbotschaften, voll von Humor und Leidenschaft.

Doch da gibt es einen Haken: Roxy glaubt, dass ihr Mitschüler Rick die Songs geschrieben hat und ist bald schwer verliebt. Aron Lehmanns «Das schönste Mädchen der Welt» läuft am Sonntag um 20.15 Uhr auf RTL, es ist die Erstausstrahlung des Films im Free-TV.

Die Teenagerkomödie von 2018 ist eine moderne Version des schon oft verfilmten Liebesdramas um «Cyrano de Bergerac». Statt zart gesäuselter Liebesgedichte unterm Balkon gibt es romantische Chatnachrichten und coole Rap-Battles. «Das schönste Mädchen der Welt» ist frech und lustig, mit großen Gefühle und gutem Rap. Eine wunderschöne Liebeskomödie, die deutlich macht, dass es in der Liebe seit eh und je vor allem auf die inneren Werte ankommt.

Star des Films ist Aaron Hilmer («Schrotten»). Anders als Gérard Depardieu in dem Liebesdrama «Cyrano de Bergerac» aus dem Jahr 1990 kämpft er nicht mit dem Degen, sondern auf der Bühne, beim Rap-Battle. Er ist der berühmte Mann mit der Maske, der mit seiner Wortgewandtheit jeden Gegner niedersingt und am Ende als Sieger bejubelt wird, dann aber so schnell von der Bühne verschwindet, dass noch niemand sein wahres Gesicht gesehen hat.

Hilmer geht in dieser Rolle auf. Seine Songs begeistern und reißen mit. Mit Luna Wedler («Der Läufer») hat er eine ebenbürtige Partnerin. Die Roxanne aus Edmond Rostands Versdrama von 1897 ist brav und naiv. Roxy dagegen ist ziemlich verrückt und wild - und weiß genau, was sie will. «Das sind die Mädchen, in die man sich verliebt», sagt Regisseur Lehmann. «Die, die nicht perfekt sind.»

Auch der Rest der Schauspielerriege ist gut gewählt. Heike Makatsch ist die gestresste und sehr strenge Lehrerin Frau Reimann, die mit den Jugendlichen auf Klassenfahrt nach Berlin reist, wo das Drama rund um Liebe und Eifersucht auf seinen Höhepunkt zusteuert. Anke Engelke ist Cyrils Mutter, die natürlich auch in dieser Rolle einige Sprüche auf Lager hat, etwa als ihr Sohn seine Eltern belauscht: «Ich kann eure peinlichen Sexwitze hören», ruft Cyril gequält. Daraufhin seine Mutter: «Du bist auch einer unserer Sexwitze!».

Von derartigen Sprüchen gibt es jede Menge im Film. Doch die Geschichte geht tiefer. «Eine große Nase ist ein Zeichen für eine große Seele», heißt es bei Rostand. Kein Trost für Cyril, der mitten in der Pubertät steckt und viel zu verletzlich ist, um seine wahren Werte zu erkennen. «Ich hatte noch nie ne Freundin und solange ich diese Türklinke im Gesicht habe, wird sich das auch nicht ändern.» Doch immerhin: Roxy findet ihn nett, als guten Freund, aber auch nicht mehr. So bleibt Cyril erst mal nichts weiter übrig, als weiter zu dichten: «Immer wenn wir uns sehn, bleibt mein Herz wieder stehn und mein Kopf leer, wo soll ich anfangen».

© dpa-infocom, dpa:200805-99-54165/2

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