Ausstellung
Kohle, Stein und andere Schätze - Otobong Nkanga in Berlin

In ihren Arbeiten erforscht die aus Nigeria stammende und in Antwerpen lebende Künstlerin die variierenden Bedeutungen, die Ressourcen wie Stein, Kohle, Mineralien in unterschiedlichen Kulturen zugeschrieben werden.

Donnerstag, 09.07.2020, 15:56 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 15:58 Uhr
Die aus Nigeria stammende Künstlerin Otobong Nkanga in ihrer Ausstellung «There’s No Such Thing as Solid Ground».
Die aus Nigeria stammende Künstlerin Otobong Nkanga in ihrer Ausstellung «There’s No Such Thing as Solid Ground». Foto: Britta Pedersen

Berlin (dpa) - Der Umgang mit natürlichen Ressourcen steht im Mittelpunkt der Ausstellung «Otobong Nkanga: There's No Such Thing as Solid Ground» im Berliner Gropius Bau.

In ihren Arbeiten erforscht die aus Nigeria stammende und in Antwerpen lebende Künstlerin die variierenden Bedeutungen, die Ressourcen wie Stein, Kohle, Mineralien in unterschiedlichen Kulturen zugeschrieben werden. Dabei spielt immer auch eine Rolle, unter welchen gesellschaftlichen Umständen Abbau und Weiterverarbeitung erfolgen.

Nkanga war im vergangenen Jahr auf Einladung von Direktorin Stephanie Rosenthal «Artist in Residence» im Gropius Bau. Die Ausstellung (10.7.-13.12.) verschafft nun einen Einblick in ihre Arbeit mit Werken aus der Zeit von Ende der 90er Jahre bis heute.

«Wenn ich so viel wegnehme, was kann ich zurückgeben», fragt Nkanga und sucht eine Antwort auch in ihren Arbeiten. So ist die raumgreifende Installation «Taste of a Stone» aus weißen Kieselsteinen um kleine Tableaus und Felsbrocken für sie eine Suche nach einem privaten Bereich für Ruhe, Inspiration und Reflexion auch über Land und Boden. Für «Diaspore» hat sie den Boden eines Raumes mit Linien versehen wie Höhenmarkierungen einer Landkarte. Die Arbeit durchschreiten junge Frauen, stets im Dialog mit einer aus einer anderen Region stammenden Pflanze auf dem Kopf. Sie leben in der Fremde, der vielleicht selbst entwurzelte Mensch trennt sie vom Boden.

Die Flüchtigkeit und Wandelbarkeit von Materie zeigen in «Containes Measures of Shifting States-Evaporate» kleine Tropfen, die nach ihrem Weg durch eine Rinne auf einer heißen Kachel mit leisem Zischen verdampfen.

In einem abgetrennten Raum setzt Nkanga das Projekt «Carved to Flow» fort, mit dem sie auch während der documenta 14 zu sehen war. In Kassel ging es darum, den Prozess einer Entwicklung der Seife «O8 Blackstone» aus Kohle zu begleiten. In Berlin wird es mit dem Kapitel «Germination» um Werkstoffe gehen, etwa die Produktion von Ziegeln und afrikanische Architektur.

© dpa-infocom, dpa:200709-99-733975/2

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