Corona-Krise
Constantin-Chef glaubt an Comeback des Kinos

München (dpa) - Der Chef der Produktionsfirma Constantin, Martin Moszkowicz (61), glaubt an eine erfolgversprechende Zukunft des Kinos nach der Corona-Krise. «Es wird wieder Sehnsucht nach Kino geben», sagte er in einem am Montagabend veröffentlichten «Spiegel»-Interview.

Montag, 30.03.2020, 21:57 Uhr
Martin Moszkowicz, Chef der Produktionsfirma Constantin, glaubt an die Zukunft des Kinos.
Martin Moszkowicz, Chef der Produktionsfirma Constantin, glaubt an die Zukunft des Kinos. Foto: Felix Hörhager

«Ich glaube an ein großes Comeback des Kinos.» Die Zeit bis dahin werde allerdings hart für die Branche, sagte der Filmproduzent («Fack Ju Göhte»). «Kredite allein helfen da nicht. Einem Kinobesitzer irgendwo in der Provinz nutzt es nichts, wenn er jetzt ein paar Tausend Euro bekommt, die er in ein paar Monaten zurückzahlen muss. Dazu wird er nicht in der Lage sein.»

Auch die Constantin habe Schwierigkeiten. Die Produktion von mehr als 30 Filmen, Shows und Serien stoppe. Moszkowicz rechnet mit Mehrkosten von mehreren Millionen Euro. «Die Politik hat lange gezögert, klare Ansagen zu machen», kritisierte er. «Und dann ging auf einmal alles sehr schnell. Da war kaum Zeit zu reagieren.» Was der Branche jetzt helfen würde, sei das Ausrufen des nationalen Notstandes. «Das hätte massive Veränderungen im Haftungsverhältnis zur Folge. Dann müsste der Staat für die Kosten aufkommen.»

Moszkowicz kritisierte auch die Versicherungen. Sie hätten sich «rausgezogen und gesagt, dass sie nicht zahlen wollen». Es gebe Klauseln, die Pandemien und Epidemien ausschließen. «Unfassbar, wie sich einige in der Versicherungsbranche jetzt verhalten.»

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