„Weißer weißer Tag“
Intensiv gespieltes Charakterporträt

Ein Witwer und seine Enkelin: Das klingt wenig aufregend. Dieser Film hingegen ist so spannend wie ein Thriller.

Donnerstag, 20.02.2020, 14:58 Uhr aktualisiert: 20.02.2020, 16:50 Uhr
Ingimundur (Ingvar Eggert Sigurdsson) hat nur noch Enkelin Salka (Ida Mekkin Hlynsdottir
Ingimundur (Ingvar Eggert Sigurdsson) hat nur noch Enkelin Salka (Ida Mekkin Hlynsdottir). Foto: Arsenal

Um Ingimundur (der wunderbare Ingvar Sigurdsson aus „Von Pferden und Menschen) stand es schon mal besser. Seit seine Frau bei einem Autounfall starb, sind zwar schon ein paar Jahre vergangen, doch der knarzige Witwer hat nicht zurück in die Spur gefunden. Nur wenn Enkelin Salka bei ihm ist, fühlt er sich gut.

Meistens sieht man ihn beim Renovieren des Hauses seiner Tochter, irgendwo im Nirgendwo des isländischen Hinterlands. Worte fallen dabei wenig, selbst in der Psychotherapie. Dann entdeckt der Ex-Polizist Indizien, die darauf hindeuten, dass die in Ehren gehaltene Tote eine Affäre hatte – ausgerechnet mit dem Nachbarn (Hilmir Snaer Gudnason aus dem Kultfilm „101 Reykjavík“).

Intensives Charakterporträt

Wie Ingimundur sich immer weiter hineinsteigert in diese Idee, dabei gleichsam zum obsessiven, geysirgleich vor sich hinbrodelnden Stalker mutiert und die Kontrolle zu verlieren droht, das erzählt Regisseur Hlynur Palmason wie einen Thriller: Nie weiß man, wie weit die Sache eskaliert.

Bewertung

„Weißer weißer Tag“: Drama mit Ingvar Eggert Sigurðsson, Ída Mekkín Hlynsdóttir und Hilmir Snær Guðnason (104 Minuten)

Bewertung: 4 von 5 Sternen

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Am Ende steht aber vor allem ein bedrückend intensiv gespieltes Charakterporträt, eine Studie in problematischer Trauerarbeit, in der die karge Landschaft Islands – wie so oft in Filmen aus diesem Land – ein gewaltiges Wörtchen mitredet.

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