Hund mit Mundharmonika
„Ruf der Wildnis“: Spannendes Abenteuer nach Jack London

Ein Film mit Hund: Jack Londons Roman „Ruf der Wildnis“ ist ein beliebter Stoff für die Leinwand. In der neuen Version spielt Harrison Ford die menschliche Hauptrolle neben einem Tier, dem der Computer auf die Sprünge hilft.

Donnerstag, 20.02.2020, 14:52 Uhr aktualisiert: 20.02.2020, 16:30 Uhr
Wer blickt treuer? Trapper John Thornton (Harrison Ford, l.) hat Buck unter seine Fittiche genommen.
Wer blickt treuer? Trapper John Thornton (Harrison Ford, l.) hat Buck unter seine Fittiche genommen. Foto: Twentieth Century Fox/dpa

Buck ist schon ein besonderer Hund. Wie er vom Haus- und Heimhüter zum Anführer eines Rudels von Schlittenhunden wird und sich schließlich der Liebe und der Wildnis wegen wegen der Gemeinschaft eines wilden Wolfsrudels anschließt, gehört zu den spannendsten Geschichten der Abenteuerliteratur und der darauf basierenden Filme.

„Call of the Wild – Ruf der Wildnis“ heißt der Roman, den Jack London (1876-1916) nach eigenen Erlebnissen 1903 schrieb und der inzwischen achtmal verfilmt wurde, darunter 1935 mit Clark Gable, 1972 mit Charlton Heston und Raimund Harmstorf und 1997 mit Rutger Hauer.

Harrison Ford mit Silberbart

Den Recken, die sich um Buck kümmerten, schließt sich in der Neuverfilmung von Chris Sanders Harrison Ford an, der mit Silberbart und Silbermähne während des Goldrausches der 1890er Jahre als Trapper am Klondike im Yukon-Territorium unterwegs ist und immer wieder auf diese merkwürdige Mischung aus Bernhardiner und Schäferhund trifft.

Buck hat schon einiges erlebt. Als kalifornischer Haushund wird er nachts von einem Hundefänger geraubt und sieht erstmals Schnee, als er für den Postboten Perrault (Omar Sy) als Schlittenhund in Alaska tätig ist und zum Führer des Rudels wird.

Treuer Hundeblick

Nach Einstellung des Postdiensts gerät Buck an Sadist Hal (Dan Stevens), der ihn mit der Peitsche traktiert. Da holt ihn endlich John Thornton (Ford) heraus, der statt mit dem gestorbenen Sohn mit Buck das Abenteuer Wildnis erlebt. Bis sich Buck in eine weiße Wölfin verliebt.

Das funktioniert nach wie vor grandios und ist allein der spektakulären echten Landschaftsaufnahmen wegen sehenswert. Ein wenig schwieriger ist es mit Buck. Der ist größtenteils ein CGI-Rüde, der locker den treuesten Hundeblick aller Zeiten aus den Augen drückt. Buck freut sich, trägt Trauer in den Lefzen und spielt sogar Mundharmonika. Da hat der raubeinige Charme von Harrison Ford kaum Chancen.

Sympathische Mischung

Das ist nicht so bombastisch wie in „König der Löwen“, aber in der nicht ganz sauberen Mischung aus Realfilm und CGI wesentlich sympathischer als Disneys kalte Perfektion.

Dazu eine kleine filmhistorische Randnotiz. „Ruf der Wildnis“ ist die letzte Fox-Produktion, die noch unter dem alten Logo ins Kino kommt. Inzwischen wurde Fox von Disney übernommen und wird jetzt unter 20th Century Studio vertrieben. Ironischerweise geschah Ähnliches, als Fox Republic Pictures übernahm und 1935 unter 20th Century Pictures als ersten Film „Ruf der Wildnis“ (!) herausbrachte. Alles für Buck!

Bewertung

„Ruf der Wildnis“: Abenteuerfilm mit Harrison Ford, Omar Sy und Dan Stevens (100 Minuten)

Bewertung: 4 von 5 Sternen

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