„Crescendo“
Musik in Nah-Ost

Ein Jugendorchester aus Israelis und Palästinensern: Das kommt nicht nur Fans von Daniel Barenboim bekannt vor.

Donnerstag, 16.01.2020, 15:02 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 16:25 Uhr
Dirigent Eduard Sporck (Peter Simonischek, M.) ist so eine Art Barenboim mit Bart.
Dirigent Eduard Sporck (Peter Simonischek, M.) ist so eine Art Barenboim mit Bart. Foto: Camino Filmverleih

Der arrivierte Dirigent Eduard Sporck, gespielt von „Toni Erdmann“ Peter Simonischek, wird angeheuert, um ein israelisch-palästinensisches Jugendorchester zusammenstellen, das während einer Nahost-Friedenskonferenz ein Konzert geben soll: Die Prämisse, auf der „Crescendo“ basiert, erinnert natürlich an das West-Eastern Divan Orchestra, mit dem Daniel Barenboim seit 1999 in musikalischer Friedensmission durch die Welt reist.

Der israelische Regisseur Dror Zahavi, der oft fürs deutsche Fernsehen arbeitet (gerade lief im Ersten sein Krupp-Film „Das Geheimnis der Freiheit“), macht aus dem Stoff ein routiniertes Drama, in dem die Proben in Südtirol zu Therapiesitzungen ausarten und alle (auch der Dirigent) ihre traumatische Familiengeschichten auspacken.

Das alles ist gut gemeint und gut gespielt, krankt aber am didaktischen Zugang. Die fünf Drehbuchautoren bringen wirklich jeden Aspekt des Nahost-Konflikts in oft ungelenken Dialogen unter und quetschen noch eine palästinensisch-jüdische Romanze mit hinein. Immerhin: Das Happy End bleibt, vorerst, aus.

Bewertung

3 von 5 Punkten. Läuft im Schloßtheater Münster.

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