„Cats“
Schlampige Filmversion des Musicals

Musical-Verfilmungen sind beliebt. Diese allerdings lässt eher aufhorchen als aufschauen.

Donnerstag, 26.12.2019, 15:02 Uhr aktualisiert: 27.12.2019, 18:17 Uhr
Auch Ian McKellen als Gus kann den Film nicht retten.
Auch Ian McKellen als Gus kann den Film nicht retten. Foto: Universal/dpa

Der Trailer ließ es vermuten, doch der Film, der angeblich noch während der Laufzeit nachgebessert werden soll (!?), ist die Katastrophe im Pelz und ein einziger Katzenjammer. „Cats“, die Verfilmung des Musicals, mit dem Meister Andrew Lloyd Webber 1981 im Londoner West End eine seiner beliebtesten Schöpfungen startete, ist visueller Müll (was zur Story passt) und musikalisch durchwachsen: ein schlampiger Hybrid auf Samtpfoten.

Was ein überschätzter Regisseur wie Tom Hooper („The King’s Speech“) mit überschätzten Stars aus der Story um den jährlichen Jellicle Ball der Londoner Katzenwelt macht, ist eine groteske Nummernrevue, an deren Ende endlich alle Miau-Virtuosen aus dem Hinterhof in den Himmel aufsteigen. Nichts ist gut gespielt, nichts szenisch mitreißend und nichts wirklich aufregend – und das bei Katzen, die doch neun Leben haben sollen. Für Kater rätselhaft: Warum ist Old Deuteronomy nicht der Älteste des Originals, sondern eine Frau (Judi Dench)?

Musikalisch kommt „Cats“ besser davon, vor allem wegen Jennifer Hudson („Dream­girls“), die als Grizabella „Memory“ mit der Inbrunst singt, die man von Barbra Streisand oder Angelika Milster (in der legendären Hamburger Aufführung) kennt. Da muss Taylor Swift (Bombalurina), die den Song „Beautiful Ghosts“ beisteuerte, in die zweite Reihe. Tänzerisch ist Ballerina Francesca Hayward (Erzählerin Victoria) natürlich vorn. Die fehlende Lippensynchronität der deutschen Fassung erwähnt man besser nicht.

Visuell leidet „Cats“ unter falschen Größenverhältnissen: total misslungen und Gräuel für die Augen. Das CGI der Pelze, Felle, Schwänze und Brüste ist Fotoshop-Realismus mit angeklebten Bärten und verwischten Bewegungen. Als Film-Musicals sind „Mamma Mia!“ und „Ich war noch niemals in New York“ um Klassen besser. „Cats“ wäre lieber auf den Bühnen geblieben. Arme Miezen!!!

Bewertung

„Cats“: Musical von Tom Hooper mit Francesca Hayward, Jennifer Hudson, Idris Elba (111 Minuten)

Bewertung: 1 von 5 Sternen

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