Delta
Mumford & Sons: Weiter mit dem Wohlfühlsound

Lagerfeuermusik zum kollektiven Mitsingen in Mega-Hallen - diesen Spagat schafften Mumford & Sons jahrelang mit ihren Folkrock-Songs. Auf seinem neuen Album macht es sich das Quartett etwas zu einfach.

Dienstag, 20.11.2018, 06:03 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 20.11.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 20.11.2018, 06:03 Uhr
Mit Spaß bei der Sache: Mumford & Sons.
Mit Spaß bei der Sache: Mumford & Sons. Foto: Universal Music/Gavin Batty

Berlin (dpa) - Mit beseelten Mitsing-Hymnen für die breite Masse traten die Folkrocker Mumford & Sons vor knapp zehn Jahren eine kleine Welle los.

Und sie haben auch heute, mit ihrem vierten Studioalbum «Delta», wenig von ihrem Kumpel-Charme eingebüßt. Für eine richtig gute Platte reicht das freilich nicht mehr.

Was auf dem Debüt «Sigh No More» (2009) und Nachfolger «Babel» (2013) als britische Folk-Variante mit viel Banjo-Geschrammel begann, veränderte sich auf «Wilder Mind» (2015) bereits in Richtung eines glatteren Gitarrenrock-Sounds. Viele Kritiker rümpften die Nase - das Publikum indes hievte auch diese Platte auf Platz 1 der Charts in Großbritannien und den USA (in Deutschland auf Platz 2). Dennoch: Viele sahen Mumford & Sons nun an einem Scheideweg.

Ob es nun Selbstbewusstsein ist oder Sturheit: Auf «Delta» macht das Quartett drei Jahre später einfach weiter mit seinem so rustikalen wie hitparadentauglichen Poprock. Keyboards polstern das nur noch dezent folkige Klangbild aus, die Melodien flutschen ins Ohr (fast unverschämt eingängig: «Guiding Light» und «Picture You»). Und Frontmann Marcus Mumford (31) singt Balladen wie «If I Say» und «Forever» mit einem (durchaus nicht unangenehmen) Pathos, das für kommende Großhallen- und Stadionkonzerte einiges erwarten lässt.

Wer also von Mumford & Sons einen flauschig-warmen Wohlfühlsound erwartet, bekommt den auch hier, unter der Regie von Top-Produzent Paul Epworth (Adele, Florence + The Machine), zuverlässig geliefert. Wer eine subtilere Folkrock-Variante bevorzugt, muss woanders suchen. Im Gegensatz zu den deutlich mutigeren Zeitgenossen Fleet Foxes - stattdessen eher vergleichbar mit den US-Kollegen Kings Of Leon - haben sich Mumford & Sons im Pop-Mainstream eingerichtet.

Konzerte von Mumford & Sons im Mai 2019: 1.5. München, Olympiahalle; 11.5. Berlin, Mercedes-Benz-Arena; 13.5. Frankfurt/Main, Festhalle; 15.5. Köln, Lanxess Arena

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