Daily Soap
«Alles oder Nichts» auf Sat.1: Laster, Liebe und Lügen

Wie schnell eine Familie neue Mitglieder bekommen und sich um das Erbe zoffen kann, das zeigt eine neue Daily Soap bei Sat.1.

Sonntag, 21.10.2018, 08:02 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 21.10.2018, 08:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 21.10.2018, 08:02 Uhr
Das Ensemble der Sat.1-Daily-Soap «Alles oder Nichts».
Das Ensemble der Sat.1-Daily-Soap «Alles oder Nichts». Foto: Jörg Carstensen

Berlin (dpa) - «Verliebt in Berlin» - an diese erfolgreiche Sat.1-Telenovela mit Alexandra Neldel (2005-2007) denkt sicher noch so mancher Zuschauer gerne zurück. Nun versucht es der Sender mit der neuen Daily-Soap «Alles oder Nichts», die an diesem Montag (18.30 Uhr) startet.

Zusammen mit dem Magazin «Endlich Feierabend!» (18.00 Uhr) und der Show «Genial daneben - Das Quiz» (19.00 Uhr) will Sat.1 eine neue Programm-Offensive am Vorabend auf den Weg bringen.

Die Handlung der Soap ist schnell erzählt: Der vermögende Bauunternehmer Axel Brock (Heiko Kiesow) kommt bei einem Flugzeugabsturz ums Leben - und flugs werden auch drei uneheliche und bis dato unbekannte Kinder zu Millionenerben. Bei der Testamentseröffnung trifft der Familienclan mit Witwe Melissa (Sarah Maria Besgen) und den Kindern Jascha (Anno Kaspar Friedrich von Heimburg) und Maria (Josephine Martz) auf die drei Neuen: Daniel (Raphaёl Vogt) lebt als Penner auf der Straße, Anja (Franziska Breite) ist Stripperin in einer Table-Dance-Bar, und Jenni (Anna Mennicken) hüpft von einem Aushilfsjob zum nächsten, will aber mit ihrem Freund Rocko (Marc Barthel) eine Familie gründen, irgendwie.

Es kommt, was unweigerlich kommen muß: Der Kampf zwischen Arm und Reich beginnt, und auch innerhalb des Brock-Imperiums kommt es bald zu üblen Machtkämpfen und bösen Intrigen. Regelrechte Dramen und Machtspiele werden gegeben, aber es geht natürlich auch um Gefühle, den Zusammenhalt der Familie und die Suche der fünf ungleichen Geschwister nach ihrem Platz in der Firma - und vor allem im Leben.

Produzent Christian Popp (Producers at Work) sagte dazu in einem Sat.1-Statement, die Serie sei auch ein Spiegelbild unserer Zeit. «Wir zeigen eine zeitgemäße 'Glamour-Soap', die alle Sehnsüchte nach Ruhm, Macht und Reichtum bedient, und erzählen diese schillernde Welt im krassen Gegensatz zu den Underdogs.» Die Kampflinie gehe mitten durch die Familie - und die Liebe stehe auf dem Spiel.

Das klingt etwas hoch gegriffen. Die Serie von Regisseur Kai Meyer-Ricks («Lifelines», RTL; «Die Spezialisten - Im Namen der Opfer», ZDF) beginnt sogar ziemlich holprig und zeigt zunächst Figuren, die mit allerlei Klischees behaftet sind und überhaupt nicht zusammenpassen wollen. Das ändert sich im Laufe der Folgen immerhin etwas, aber die teilweise schwachen Schauspieler können so manchen Logikknick in der etwas lieblos inszenierten Geschichte nicht wettmachen. An den früheren Sat.1-Erfolg von «Verliebt in Berlin» kann diese Soap voller Laster, Liebe und Lügen nicht heranzureichen - jedenfalls vorerst nicht.

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