Tag der Restaurierung
Restauratorenverband beklagt zu geringe Wertschätzung

Restauratoren arbeiten hinter den Kulissen, ihre Verantwortung ist groß. «Das Berufsbild hat sich geändert, die Tarifpolitik nicht», sagt Anne Harmssen vom Berufsverband.

Freitag, 12.10.2018, 15:34 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 15:31 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 15:34 Uhr
Eine Restauratorin arbeitet an der Restaurierung eines Bilderrahmens.
Eine Restauratorin arbeitet an der Restaurierung eines Bilderrahmens. Foto: Monika Skolimowska

Bonn/Dresden (dpa) - Die Arbeit der Restauratoren in Deutschland wird aus Sicht des Berufsverbandes zu wenig wertgeschätzt.

Die Kollegen sind unverzichtbar für den Erhalt des Kulturguts, wirken aber meist im Verborgenen, sagt Anne Harmssen vom Präsidium mit Blick auf den 1. Europäischen Tag der Restaurierung an diesem Sonntag. Dann geben die Experten in Museen und Werkstätten Einblick in ihre Arbeit. Nur manchmal, bei prominenten Projekten, falle auch auf sie das Licht der Öffentlichkeit. «Bei Führungen hinter die Kulissen sind Gäste stets erstaunt, was man können muss, um ein Objekt in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen.»

Laut Harmssen entspricht auch die Bezahlung der meist selbstständigen Kollegen Verbesserungen weder der Leistung noch der fast Medizinern gleichen jahrelangen Ausbildung und Verantwortung. «Das Berufsbild hat sich geändert, die Tarifpolitik nicht.» Harmssen forderte auch mit Blick auf die Nachwuchsgewinnung ein Umdenken. «Es braucht eine größere Aufmerksamkeit und ein stärkeres Bewusstsein für das, was Restauratoren tun.»

Zum 1. Europäischen Tag der Restaurierung am Sonntag laden auch in Berlin zahlreiche Museen zu einem Blick hinter die Kulissen ein. Vor allem auf der Museumsinsel, aber auch in anderen Häusern erläutern Restauratoren bei Gesprächen, Vorführungen und Vorträgen, wie sie wertvolle Kunstwerke erhalten oder nach Beschädigung wiederherstellen.

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