Literatur
Conrad Taler: «Asche auf vereisten Wegen»

Berlin (dpa) - Über den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963 - 1965) berichtete Kurt Nelhiebel unter dem Pseudonym Conrad Taler für die jüdische Zeitung «Die Gemeinde» in Wien. 2003 erschien die Sammlung seiner ergreifenden und erschütternden Reportagen, die der inzwischen 88-Jährige Nelhiebel nun überarbeitet und um einige Texte wie über den früheren hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer ergänzt hat. Ohne Bauer wäre das Verfahren nicht möglich gewesen.

Dienstag, 11.08.2015, 11:13 Uhr

Das Buch ist das Vermächtnis eines Zeitzeugen, der die unfassbaren Verbrechen einzelner Täter anhand von Aussagen im Auschwitz-Prozess schildert. Er bringt dem Leser die unermesslichen Qualen von Holocaust-Überlebenden nahe und beschreibt deren unerträgliche Verhöhnung durch die Täter auch noch 20 Jahre später im Gerichtssaal. Er führt auf, wie ein kleiner Junge von einem SS-Mann erschlagen wird, weil er einen Apfel isst, wie Häftlinge bei Vernehmungen zu «Hackfleisch» gemacht werden und wie Jugendliche die Asche vergaster Juden auf vereiste Wegen streuen müssen. Eine aufwühlende Mahnung, dass diese Verbrechen an der Menschheit nie vergessen werden dürfen.

Conrad Taler : Asche auf vereisten Wegen - Berichte vom Auschwitz-Prozess, PapyRossa Verlag , Köln , 171 Seiten, 13,90 Euro, ISBN 978-3-89438-263-6

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