Eisschnelllauf-Weltcup
Serie von Enttäuschungen in Minsk: Nur Pechstein in Top 10

Die Serie von enttäuschenden Weltcup-Platzierungen für die deutschen Eisschnellläufer hat sich am Sonntag in Minsk fortgesetzt. Bezeichnend, dass eine 47-Jährige erneut beste Deutsche ist und als einzige in die Top Ten läuft.

Sonntag, 17.11.2019, 16:33 Uhr aktualisiert: 17.11.2019, 16:36 Uhr
Eisschnellläuferin Claudia Pechstein in Aktion.
Eisschnellläuferin Claudia Pechstein in Aktion. Foto: Sergei Grits

Minsk (dpa) - Finanzprobleme im Verband, Schlammschlacht um den vakanten Präsidenten-Posten und nun auch sportlich im Niemandsland: Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft gibt derzeit ein denkbar schlechtes Bild ab.

Beim Weltcup-Auftakt in Minsk gelang ausgerechnet der 47 Jahre alten Claudia Pechstein als einziger Athletin am Wochenende eine Top-Ten-Platzierung in einer Einzel-Disziplin. Das bislang schlechteste Ergebnis deutscher Eisschnellläufer im Weltcup konnte aber auch sie nicht verhindern.

Joel Dufter hatte am Sonntag mit dem 19. Platz über 500 Meter in 35,80 Sekunden das Gesamtbild nicht verbessern können und muss wie zuvor auch seine Schwester Roxanne über 1500 und 3000 Meter den Gang in die zweitklassige B-Gruppe beim Weltcup im polnischen Tomaszow Mazowiecki antreten. Damit sind die Deutschen dort nur noch in vier der zwölf ausgetragenen Rennen in der A-Gruppe vertreten.

Nach dem kräftigen Krach mit Coach Erik Bouwman stand Claudia Pechstein mit zwei polnischen Trainern auf dem Eis durfte sich am Sonntag über den neunten Platz im Massenstartrennen freuen. Zwar war sie zunächst als Elfte eingeordnet worden, doch nach Video-Überprüfung rückte sie auf Platz neun vor und erkämpfte in ihrem 301. Weltcuprennen ihre 251. Top-Ten-Platzierung.

Über 3000 Meter hatte sie den 14. Platz belegt. «Ein Platz in den besten zehn wäre ein Superergebnis gewesen. Aber auch so bin ich nicht unzufrieden», hatte die 47 Jährige gesagt, nachdem sie auch auf der Langstrecke beste Deutsche war.

«Das ist auf keinen Fall das Niveau, das wir uns erhofft haben», räumte Sprint-Bundestrainer Danny Leger ein, nachdem Nico Ihle und Joel Dufter auch auf ihrer Spezialstrecke über 1000 Meter nicht über die Plätze 13 und 15 hinausgekommen waren. «Ich will nichts schönreden. Aber noch gibt es keinen Grund, nervös zu werden», sagte er. Sein Langstrecken-Pendant Bouwman führte den elften Rang über 5000 Meter von Patrick Beckert auf das 10 000-Meter-Rennen vor einer Woche zurück. «Es fehlte ihm die Frische, um am Ende noch zulegen zu können», räumte der Niederländer ein. Die großen Gewinner waren in Minsk die Oranje-Läufer, die sieben von zwölf Rennen gewannen.

Unterdessen hat die DESG nach dem Rücktritt von Präsidentin Stefanie Teeuwen noch keinen Kandidaten gefunden, der das Amt kommissarisch bekleidet. Daher werden die Geschäfte des Verbandes nun von Vizepräsident Uwe Rietzke und Schatzmeister Dieter Wallisch als Doppelspitze geführt. Pechstein hatte zuvor ihren Lebensgefährten Matthias Große als Nachfolger Teeuwens ins Spiel gebracht.

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