Doping-Skandal bei WM
Staatsanwalt nach Razzia: Beweislage «nahezu erdrückend»

München (dpa) - Für Staatsanwalt Kai Gräber ist die Razzia bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld und in Erfurt der größte Erfolg einer deutschen Staatsanwaltschaft im Kampf gegen Doping.

Sonntag, 03.03.2019, 08:26 Uhr aktualisiert: 03.03.2019, 08:50 Uhr
Hält die Bezeichnung «kriminelles Netzwerk» für etwas übertrieben: Staatsanwalt Kai Gräber
Hält die Bezeichnung «kriminelles Netzwerk» für etwas übertrieben: Staatsanwalt Kai Gräber Foto: Andreas Gebert

«Mir fällt kein Fall ein, der ähnlich spektakulär vom Aufschlag und ähnlich gut von der Beweislage gelaufen ist», sagte der Abteilungsleiter der zuständigen Schwerpunktstaatsanwaltschaft in München der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Die Beweislage sei noch nicht abschließend zu bewerten. «Aber es hat schon schlechtere Beweislagen gegeben. Sie ist nahezu erdrückend.»

Im Zuge einer Doping-Razzia im WM-Ort Seefeld waren am 27. Februar fünf Langläufer festgenommen worden. Alle haben inzwischen Eigenblutdoping gestanden und sind wieder auf freiem Fuß. Unter Verdacht steht der Erfurter Arzt Mark S., der inzwischen in München in Haft ist. Zudem wurden in Erfurt und Seefeld insgesamt drei mutmaßliche Komplizen festgenommen.

Gräber weiß noch nicht, ob Deutsche unter den Kunden von Mark S. waren. «Ich formuliere es so: Mir liegen bislang keine Erkenntnisse vor, dass deutsche Athleten zum illegalen Patientenstamm des Beschuldigten gehört haben.» Für «ein bisschen übertrieben» hält er die Bezeichnung «kriminelles Netzwerk» in diesem Fall. Als «durchaus denkbar» bezeichnete er die Vermutung, dass auch Radsportler zu den Klienten gehören.

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