Biathlon-Star
Dahlmeiers Freude kehrt zurück: «Könnte nicht schöner sein»

Die Biathlon-Rückkehr ist geglückt, das Weltcup-Comeback aber weiter offen. Laura Dahlmeier befindet sich nach einer langen Trainingspause auf dem Weg der Besserung. Der Bundestrainer sieht Fortschritte.

Freitag, 14.12.2018, 12:49 Uhr aktualisiert: 14.12.2018, 12:56 Uhr
Zurück in der Loipe: Biathletin Laura Dahlmeier.
Zurück in der Loipe: Biathletin Laura Dahlmeier. Foto: Harald Deubert

Ridnaun (dpa) - Nach ihrem gelungenen Biathlon-Comeback war Laura Dahlmeier einfach nur glücklich.

Der zweite Platz der Doppel-Olympiasiegerin im zweitklassigen IBU-Cup in Ridnaun spielte dabei eine untergeordnete Rolle, deutlich wichtiger war die Erkenntnis: Die 25-Jährige hat nach schwierigen Monaten wieder viel Spaß am Sport. Rücktrittsgedanken gibt es bei der siebenmaligen Weltmeisterin ohnehin nicht mehr, nun rückt der erste Weltcupstart des Winters für Deutschlands Sportlerin des Jahres näher. Ob sie in der kommenden Woche beim letzten Weltcup des Jahres in Nove Mesto/Tschechien starten wird, bleibt aber weiter offen.

«Über die Rückkehr haben wir noch nicht gesprochen», sagte Frauen-Bundestrainer Kristian Mehringer am Freitag beim Weltcup in Hochfilzen: «Es wird jetzt erst mal eine Trainingsphase anliegen, und dann werden wir schauen, inwieweit sie dann einsatzfähig ist.»

Auch Dahlmeier selbst dachte noch nicht so weit. «Es ist einfach mal schön, seinen Sport ohne großen Rummel zu erleben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren», schrieb sie auf ihrer Facebook-Seite. Mit Partner Roman Rees schrammte sie am Donnerstag in der Single-Mixed-Staffel nur um 2,1 Sekunden am Sieg vorbei. Aber das ärgerte sie kein bisschen. «Natürlich freue ich mich schon wieder auf die turbulente Zeit im Weltcup-Geschehen - aber für den Moment könnte es nicht schöner für mich sein.»

Während Dahlmeier im Weltcup ständig von Fans und Medien umlagert wird, war das Interesse in Südtirol vergleichsweise gering. Ganz nach Dahlmeiers Geschmack. Die Garmisch-Partenkirchnerin meidet den Rummel gern, doch entkommen kann sie ihm spätestens seit ihren beiden Goldmedaillen in Pyeongchang nicht mehr. Der Wettkampf in Italien, ihr erster seit März, war da eine willkommene Abwechslung. Auch am Freitag trainierte sie in aller Ruhe noch in Ridnaun.

Allmählich holt sie den Trainingsrückstand auf, der aus einer langen Zwangspause resultiert, nachdem ihr Körper in der Vorbereitung öfter gestreikt hatte. «Der Einstieg war schon ganz okay», sagte Mehringer: «Beim Schießen hat sie sich unter der hohen Belastung ein bisschen schwer getan, das haben wir im Vorfeld schon gewusst.» In der Loipe legte sie beste Zeit hin, im Vergleich zu Weltcup-Rennen sei die Leistung jedoch insgesamt «schwer einzuschätzen». Nun stehen auch noch Gespräche mit den Ärzten an, inwieweit die Ausnahmekönnerin ihren Körper wieder dauerhaft voll belasten kann.

Das deutsche Weltcupteam könnte eine fitte Dahlmeier gebrauchen. In den ersten vier Einzelrennen reichte es noch für keinen Podestplatz, im Sprint von Hochfilzen sogar nicht mal für eine Top-10-Platzierung.

Fast schon euphorisch beschrieb Dahlmeier ihre lange ersehnte Rückkehr. «Mit dem Startschuss kommt die Freude in mein Gesicht, und ich bemerke, dass mir der Sport einfach unheimlich viel Freude bereitet», ließ sie ihre über 180 000 Facebook-Follower wissen. «Im Ziel freuen wir uns in entspannter Atmosphäre, und ich stelle fest, dass es genau das ist, was unseren Sport ausmacht.»

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