Eishockey-Profiliga
Deutsche NHL-Profis mit Stanley-Cup-Chance oder zur WM?

Zweimal Tom Kühnhackl mit Pittsburgh, einmal Philipp Grubauer mit Washington: Dreimal nacheinander hat ein deutscher NHL-Profi den Stanley Cup gewonnen. Am Wochenende geht in der NHL die reguläre Saison zu Ende. Wird sich dann die famose Serie fortsetzen?

Freitag, 05.04.2019, 11:57 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 12:49 Uhr
Leon Draisaitl (M) feiert seinen Treffer mit den Mannschaftskollegen von den Edmonton Oilers.
Leon Draisaitl (M) feiert seinen Treffer mit den Mannschaftskollegen von den Edmonton Oilers. Foto: Jason Franson

Edmonton (dpa) - Der deutsche Eishockey-Star Leon Draisaitl wird in den kommenden Tagen vermutlich mit dem neuen Bundestrainer Toni Söderholm telefonieren. Ob der Ausnahme-Stürmer für die WM zu- oder absagt, ist offen.

Zeit hätte der Kölner, denn trotz der inzwischen 49 Saisontore von Draisaitl geht für die Edmonton Oilers die Saison in der Nacht zum Sonntag ohne Playoffs zu Ende. Colorado mit Torhüter Philipp Grubauer sicherte sich dagegen mit dem 3:2 nach Verlängerung gegen Winnipeg als zweites Team mit deutscher Beteiligung den Platz in der K.o.-Runde. Die Bilanzen und Aussichten der deutschen NHL-Profis vor dem Abschluss der Hauptrunde:

LEON DRAISAITL (23/EDMONTON OILERS): Überragend, rekordwürdig, außergewöhnlich: Der Edmonton-Star spielt seine beste NHL-Saison und könnte im letzten Saisonspiel bei den Calgary Flames sein 50. Tor schießen. Doch trotz der Extraklasse von Draisaitl und Connor McDavid hatten die Oilers vorzeitig keine Playoff-Chance mehr. Über seine WM-Teilnahme will der erste deutsche NHL-Profi mit mehr als 100 Scorer-Punkten nach dem Saisonabschluss mit seiner Familie beraten.

TOBIAS RIEDER (26/EDMONTON OILERS): Weil er in seiner ersten Saison bei den Oilers die Erwartungen der Verantwortlichen nicht erfüllte, soll der Stürmer keinen neuen Vertrag bekommen. «Das ist eine Last auf ihm», sagte DEB-Präsident Franz Reindl. 2018 - auch damals ohne Vertrag - verzichtete Rieder wegen der Unsicherheit auf die WM.

DOMINIK KAHUN (23/CHICAGO BLACKHAWKS): Auch die Blackhawks sind raus aus dem Playoff-Rennen. Kahun spielte eine vielversprechende erste NHL-Saison und zählt zu den Top Ten der NHL-Rookies. Mitte Februar hatte der Stürmer verkündet, «sehr gerne» bei der WM spielen zu wollen.

THOMAS GREISS (33/NEW YORK ISLANDERS): Die Islanders mit den drei Deutschen Greiss, Tom Kühnhackl und Dennis Seidenberg haben den Platz in den Playoffs sicher. Torhüter Greiss weist eine der besten Fangquoten der Liga auf - das unterstreicht seine starke Saison. «Mit den Islanders wird es interessant. Sie sind ein bisschen unter dem Radar gelaufen in der Hauptrunde», sagte Söderholm.

DENNIS SEIDENBERG (37/NEW YORK ISLANDERS): Ende Februar erhielt der 37 Jahre alte Stanley-Cup-Sieger doch noch mal einen NHL-Vertrag. Einsätze blieben dennoch Fehlanzeige. Dass der Verteidiger komplett ohne Spielpraxis ein WM-Kandidat ist, scheint unwahrscheinlich. Söderholm sagte aber: «Dennis ist nicht von der Liste gestrichen.»

TOM KÜHNHACKL (27/NEW YORK ISLANDERS): Auch der Sohn von Erich Kühnhackl käme wie seine Islanders-Teamkollegen erst nach dem Playoff-Scheitern infrage. Bei den Islanders kam der zweimalige Stanley-Cup-Sieger in weniger als der Hälfte der Spiele zum Einsatz. Vor einem Jahr war Stürmer Kühnhackl nach dem Aus nicht zur WM nachgereist.

PHILIPP GRUBAUER (27/COLORADO AVALANCHE): Colorado sicherte sich im vorletzten Hauptrundenspiel auch dank der 34 Paraden des Rosenheimers Grubauer die Playoff-Teilnahme. Der Goalie hat sich im Laufe der Saison gesteigert. «In letzter Zeit hat Philipp sehr, sehr gut gehalten», lobte Söderholm: «Er geht raus und macht sein Ding.»

KORBINIAN HOLZER (31/ANAHEIM DUCKS): Anaheim ist ohne Chance auf die K.o.-Phase. Gut möglich, dass Holzer zum Nationalteam stößt, obwohl auch sein Vertrag endet. Die erste Saisonphase verpasste der Verteidiger wegen einer Operation am Handgelenk, rutschte dann zunächst in die AHL ab, ehe er sich wieder bei den Ducks etablierte.

NICO STURM (23/MINNESOTA WILD): Vom College wurde der Angreifer, der nicht mit dem früheren Bundestrainer Marco Sturm verwandt ist, für die letzte Woche in die NHL geholt. Beim 0:3 gegen Boston in der Nacht zum Freitag feierte der Augsburger sein Debüt und soll auch am Samstag zum Einsatz kommen. Für die WM ist der 23-Jährige ein Kandidat, das College könnte der Reise nach Europa im Wege stehen.

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