Grand Slam in Melbourne
Kollegen danken gerührtem Murray nach Australian-Open-Aus

Melbourne (dpa) - Um seine Zukunft im Tennis muss sich Andy Murray keine Sorgen machen, falls er nach den Australian Open aufhören sollte.

Montag, 14.01.2019, 16:46 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 16:48 Uhr
Für Andy Murray war es der letzte Auftritt bei den Australian Open.
Für Andy Murray war es der letzte Auftritt bei den Australian Open. Foto: Julian Smith

Kaum hatte der schwer an der rechten Hüfte angeschlagene ehemalige Weltranglisten-Erste sein womöglich letztes Profimatch bestritten, erhielt er schon sein erstes Angebot. «Wenn Du jemals einen Job als Coach suchst, an der Seite meines Vaters ist einer zu haben», sagte die letztjährige Melbourne-Siegerin Caroline Wozniacki aus Dänemark in einem Video, das nach Murrays grandiosem Fünf-Satz-Match gegen den Spanier Roberto Bautista Agut über die Videowände in der Melbourne Arena eingespielt wurde.

Der 31 Jahre alte Schotte, der davon vorher nichts ahnte, nahm gerührt die Lobpreisungen prominenter Kolleginnen und Kollegen entgegen, die bisher seine Rivalen waren. «Du hast Schottland stolz gemacht, Du hast Großbritannien stolz gemacht, Du bist ein Sir - wer kann das schon von sich sagen?», meinte Roger Federer. Novak Djokovic erinnerte an ein Juniorenmatch, in dem ihm Murray «ziemlich heftig den Hintern versohlt» habe. Keiner habe damals die großen Karrieren beider vorhergesehen. «Ich wollte Danke sagen für alles, was Du für das Tennis getan hast», fügte Rafael Nadal hinzu. Alexander Zverev sagte: «Du hast so viel für uns Spieler getan. Wir können Dir nicht genug danken.»

Das Video war flugs in Melbourne angefertigt worden, wo der zweimalige Olympia- und Wimbledonsieger, der auch den Davis Cup gewann, seinen Rücktritt angekündigt hatte. «Den Respekt der Kollegen zu haben, ist das Wichtigste», sagte er. Murray will trotz Schmerzen eigentlich bis zum Sommer in Wimbledon durchhalten, hatte aber nicht ausgeschlossen, bereits nach den Australian Open aufzuhören. In der 4:10 Stunden langen Partie gegen Bautista Agut feierten ihn die Fans noch einmal zurecht für seinen großartigen Kampfgeist, den er dort zur Abendzeit zum vielleicht letzten Mal zeigte.

Nach seinem Erstrunden-Aus wird Murray einen baldigen Entschluss über eine zweite Operation an seiner rechten Hüfte fällen. Er werde sich vermutlich in der kommenden Woche entscheiden, sagte der Schotte.

Nach der 4:6, 4:6, 7:6 (7:5), 7:6 (7:4), 2:6-Niederlage gegen Bautista Agut hatte er den Fans im Interview auf dem Platz sogar gesagt: «Vielleicht sehen wir uns wieder. Ich werde alles versuchen, was möglich ist.» In seiner Pressekonferenz erläuterte er aber erneut, ein Eingriff diene vor allem dazu, seine Lebensqualität zu verbessern. Wenn er jetzt vier Monate warte und sich dann auf Wimbledon vorbereite, könne er immer noch nicht richtig gehen. Wie es nach einem Eingriff weitergehe, sei offen. «Bei solch einer Operation gibt es keine Garantie, dass ich danach wieder spielen kann», sagte er. «Das ist eine richtig große Operation.»

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