Wegen Corona-Krise
FIFA will Vertragsdauern bei verlängerter Saison ausdehnen

Zum 30. Juni enden zahlreiche Verträge von Spielern in der Bundesliga. Doch was passiert, sollte die Saison wegen der Corona-Krise länger als geplant dauern? Dann sollen einer Empfehlung der FIFA zufolge auch die Kontrakte der Profis angepasst werden.

Dienstag, 07.04.2020, 19:35 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 19:38 Uhr
Die FIFA arbeitet an den Rahmenbedingungen für die Zeit nach der Corona-Krise.
Die FIFA arbeitet an den Rahmenbedingungen für die Zeit nach der Corona-Krise. Foto: Mike Egerton

Zürich (dpa) - Die FIFA hat in der Coronavirus-Krise den Weg für eine mögliche Verlängerung der Fußball-Saison über das bisherige Ende am 30. Juni hinaus frei gemacht.

In einer Empfehlung sprach sich der Weltverband am Dienstag dafür aus, dass Verträge von Profis an den wirklichen Ablauf der derzeit unterbrochenen Spielzeit angepasst werden. Demnach sollen auslaufende Kontrakte solange verlängert werden können, bis die Saison beendet ist. Im Sommer geplante Spielerwechsel sollen ebenfalls erst danach vollzogen werden.

Die FIFA hoffe und erwarte, dass die Richtlinien «weltweit befolgt werden», hieß es in einer Mitteilung über die Empfehlungen einer Arbeitsgruppe mit Vertretern von Clubs, Spielern, Ligen, nationalen Verbänden und den Konföderationen weiter. Die Deutsche Presse-Agentur hatte zuvor am Montag darüber berichtet. Die Deutsche Fußball Liga hatte zuletzt betont, ein Saisonende wie bislang geplant zum 30. Juni anstreben zu wollen. Der Spielbetrieb in den Bundesligen ist derzeit bis mindestens zum 30. April unterbrochen.

«Auch wenn diese Richtlinien und Empfehlungen nicht alle Probleme lösen, sollten sie für die nächste Zukunft zumindest für eine gewisse Stabilität und Gewissheit im Fußball sorgen», sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino. «Diese Zusammenarbeit unter der Leitung der FIFA wird hoffentlich zeigen, wie der Fußball die Reihen schließen und schwierige Zeiten dank Einigkeit, Solidarität und Kompromissbereitschaft meistern kann.» Zuletzt hatte die FIFA bereits empfohlen, alle im Juni geplanten Länderspiele auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Auch für die Transferfenster in den jeweiligen Ländern versprach der Weltverband Flexibilität. In Deutschland sind nach aktuellem Stand Spielerwechsel bis zum 31. August möglich. Sollte die Saison jedoch länger als geplant dauern, könnte die Transferperiode verlegt werden.

Auch die Europäische Fußball-Union UEFA hatte den nationalen Ligen bereits weitere Freiräume verschafft. So wurden auch auf Kontinentalebene alle Juni-Länderspiele «bis auf Weiteres» verlegt und die Europapokalwettbewerbe weiter vertagt. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin kündigte an, dass Champions League und Europa League spätestens im August beendet werden könnten. Auch Termine für die europäischen Clubwettbewerbe der Saison 2020/21 sind vorerst verschoben. So startet das Zulassungsverfahren beispielsweise nicht wie geplant - auch dies ermöglicht eine längere Saison in den nationalen Ligen.

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