Problem-Sport Gewichtheben
Verschwundene Millionen: IWF-Chef Aján weiter in Bedrängnis

Frankfurt/Main (dpa) - Gewichtheber-Weltverbandspräsident Tamas Aján kommt wegen der verschwundenen 5,5 Millionen Dollar aus Zahlungen des Internationalen Olympischen Komitees immer mehr im Bedrängnis.

Dienstag, 07.01.2020, 19:43 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 19:46 Uhr
Sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt: IWF-Präsident Tamas Ajan.
Sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt: IWF-Präsident Tamas Ajan. Foto: Igor Kovalenko

«Wir wissen bis heute nicht, was mit all diesem Geld passiert ist», sagte Michael Cayton, Ex-Vorstandsmitglied des US-Verbandes der ARD-Dopingredaktion. Dies geht aus einer Mitteilung vom 7. Januar hervor.

Cayton gehörte zu den Beschwerdeführern, die 2011 die Vorfälle rund um zwei Schweizer Bankkonten und das darauf liegende Vermögen, das viele Jahre nicht in den IWF-Jahresbilanzen aufgetaucht war, bei der IOC-Ethikkommission angezeigt haben. «Der Verbleib von rund fünf Millionen Dollar ist nicht geklärt worden», sagte Cayton. Insgesamt hatte die IWF rund 23 Millionen Euro vom IOC aus den Vermarktungserlösen erhalten, die auf Schweizer Konten transferiert wurde, aber nicht in den Verbandsbilanzen aufgetaucht sind.

Auch Marino Casadei, früherer Generalsekretär des europäischen Gewichtheber-Verbandes, sind die damaligen Vorgänge bis heute suspekt. IWF-Präsident Tamás Aján habe «unsere Fragen nach den Ausgaben von den Schweizer Bankkonten nicht beantwortet; er hat keine originalen Dokumente dazu vorgelegt», sagte er der ARD.

Casadei gehörte zu einem IWF-internen Prüfkomitee, das die Existenz der Schweizer Bankkonten im Jahr 2009 aufgedeckt hatte und von Aján Erklärungen forderte. Sein Fazit heute: «Wir wissen noch immer nicht, warum dort Millionen fehlten.»

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