Russland-Doping
Whistleblowerin ist «stolz» auf sich

Berlin (dpa) - Die Sportler, auf deren Informationen die Aufdeckung des vom Staat getragenen Dopingsystems in Russland zurückgeht, leben immer noch in Angst vor Repressalien aus Moskau.

Sonntag, 02.12.2018, 16:56 Uhr aktualisiert: 02.12.2018, 16:58 Uhr
Stepanowa hatte detailliert das systematische Doping in der Leichtathletik ihres Landes beschrieben.
Stepanowa hatte detailliert das systematische Doping in der Leichtathletik ihres Landes beschrieben. Foto: Michael Kappeler

«Es ist schon gut, dass niemand weiß, wo wir wohnen», sagte Julia Stepanowa in der ARD-Dokumentation «Geheimsache Doping - Verräter - Die Folgen des Falls Russland», die am Sonntag ausgestrahlt wurde. «Unsere Nachbarn wissen nicht, wer wir sind», betonte die frühere Weltklasse-Mittelstreckenläuferin, die in den USA Zuflucht gefunden hat. Zudem sagte sie: «Ich fühle mich nicht als Heldin, aber ich bin stolz, wenn Sportler auf mich zukommen und mir danken.»

Im Dezember 2014 hatte Stepanowa in der ARD das systematische Doping in der Leichtathletik ihres Landes beschrieben. Damit gab sie die Initialzündung für Ermittlungen der WADA in Russland, die zeigten, dass weite Teile des Sportsystems auf Betrug aufgebaut waren.

Stepanowa und ihr Mann Vitali werfen der Welt-Antidoping-Agentur vor, nicht genügend auf Whistleblower einzugehen und ihre Hilfe nicht ausreichend zu würdigen. WADA-Chef Craig Reedie sagte dazu in der Dokumentation: «Niemand hatte mich gefragt, ob ich die Whistleblower besuchen möchte.» Andere Leute hätten mit den Informationsgebern zu tun gehabt, nicht aber er.

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