Badminton
Badminton-WM: Zwiebler im Fall Zilberman «schockiert»

Jakarta (dpa) - Der achtmalige deutsche Badminton-Meister Marc Zwiebler hat sich schockiert über die Umstände der fast gescheiterten WM-Teilnahme des israelischen Sportlers Misha Zilberman im indonesischen Jakarta gezeigt.

Mittwoch, 12.08.2015, 17:38 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.08.2015, 17:35 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 12.08.2015, 17:38 Uhr
Marc Zwiebler machte dem Weltverband BWF zum Fall Misha Zilberman Vorwürfe.
Marc Zwiebler machte dem Weltverband BWF zum Fall Misha Zilberman Vorwürfe. Foto: Adi Weda

Zilberman war die Einreise in das größte muslimische Land der Welt bis kurz vor dessen Start verweigert worden. «Ich fühle mich persönlich betroffen, da ich Indonesien immer als ein sehr gastfreundliches Land erlebt habe», sagte Zwiebler.

Er selbst sei unlängst in Berlin bei den European Maccabi Games als Sportartenbotschafter für Badminton dabei gewesen und wirft dem Weltverband BWF vor, dass dieser sich erst sehr spät für den Israeli eingesetzt habe. Der Weltverband widersprach. Man habe «im Stillen und konstant mit Zilberman über die vergangenen Wochen und Monate zusammengearbeitet», um eine Lösung zu finden. Es sei das Selbstverständnis des Verbandes, «politische Herausforderungen» über den Sport zu meistern, hieß es in einer Erklärung.

Zwiebler hatte sich im Internet für Zilberman eingesetzt. «Ich habe einige böse E-Mails bekommen, nachdem ich mich öffentlich geäußert habe», sagte Zwiebler. Versuche, andere europäische Spitzenspieler zu mobilisieren, seien fehlgeschlagen. «Das hat mich schon gewundert.»

Zilberman war nur wenige Stunden vor seiner Partie in Jakarta angekommen und fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit angetreten. Am 12. August verließ er den WM-Ort zusammen mit seiner Mutter und Trainerin Svetlana Zilberman .

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