Biathlon-Star
Dahlmeier holt dritte Olympia-Medaille - Bronze im Einzel

Wenige Millimeter trennen Laura Dahlmeier vom historischen Gold-Triple. Aber mit ihrer dritten Medaille im dritten Rennen schreibt Deutschlands Biathlon-Königin ihre Erfolgsgeschichte fort. Und Franziska Preuß schreibt ihr eigenes Olympia-Märchen.

Donnerstag, 15.02.2018, 12:38 Uhr

Biathlon-Star Laura Dahlmeier jubelt über ihren dritten Platz im Einzelrennen.
Biathlon-Star Laura Dahlmeier jubelt über ihren dritten Platz im Einzelrennen. Foto: Hendrik Schmidt

Pyeongchang (dpa) - Auch die Bronzemedaille hatte für Deutschlands Biathlon-Königin Laura Dahlmeier einen goldenen Glanz. «Ich bin wirklich überglücklich, die nächste Medaille. Das ist der Wahnsinn!», sagte die 24-Jährige.

Das olympische Gold-Triple verpasste sie bei den Winterspielen in Pyeongchang im Einzel-Rennen zwar zumindest vorerst. Doch nach ihrem phänomenalen Doppelsieg in Sprint und Verfolgung zeigte die Partenkirchnerin auch über 15 Kilometer eine ganz starke Leistung und sicherte sich in Südkorea ihre dritte Medaille im dritten Olympia-Rennen.

Dahlmeier war die Freude über ihren neuerlichen Coup am Donnerstag anzusehen. Deutschlands Sportlerin des Jahres imitierte nach dem Sprung auf das Podest die Siegerpose von Usain Bolt. Nur wenige Millimeter trennten sie vom historischen dritten Titel. Lediglich den fünften ihrer 20 Schuss hatte die siebenmalige Weltmeisterin hauchdünn daneben gesetzt.

Hätte die Gesamtweltcup-Siegerin getroffen, hätte erneut sie anstatt der schwedischen Sensations-Olympiasiegerin Hanna Öberg gejubelt. Die 22-Jährige wird vom Ruhpoldinger Wolfgang Pichler betreut und traf alle ihre 20 Schüsse. Silber ging an Anastasiya Kuzmina aus der Slowakei. Dahlmeier hatte im Ziel 41,2 Sekunden Rückstand auf Öberg, die erstmals überhaupt auf dem Podium stand. «Das war schon eine Überraschung, aber sie hat es verdient», sagte Dahlmeier.

Ein möglicher Sechsfachtriumph mit Siegen in allen Olympiarennen ist damit nicht mehr möglich. Dahlmeier selbst hatte sich damit aber ohnehin nie beschäftigt. «Für mich war kein Thema. Es ist immer hart, auf das Podium zu kommen und das ist kein Selbstläufer - auch nicht für mich», meinte Dahlmeier, die sich dennoch mal wieder in den Geschichtsbüchern verewigte. Sie ist die Erste im Frauen-Biathlon, die in den ersten drei olympischen Einzelrennen eine Medaille holte. Und die Ausnahmekönnerin hat im Massenstart sowie mit der Mixed- und Frauen-Staffel noch drei Chancen, um weiter Geschichte zu schreiben.

Die noch emotionalere Geschichte des Rennens lieferte Franziska Preuß. Zwar verdrängte Dahlmeier ausgerechnet ihre Teamkollegin um 18,5 Sekunden noch auf den vierten Platz. Aber vier Jahre nach ihrem denkwürdigen persönlichen Olympia-Debakel von Sotschi und einer Seuchenzeit meldete sich Preuß ohne Fehler eindrucksvoll in der Weltspitze zurück. «Ich war schon dankbar, dass ich überhaupt einen Start gekriegt habe. Ich bin zufrieden. Die anderen drei waren einfach schneller», sagte sie und strahlte erleichtert.

Unvergessen sind die Bilder von Sotschi, als die damals 19-Jährige als Startläuferin der Damen-Staffel stürzte und schon beim ersten Schießen weinte. Es war der Anfang von ganz vielen Rückschlägen. Im Vorjahr verpasste die einst als genauso talentiert wie Dahlmeier eingeschätzt Preuß die WM und beendete die Saison vorzeitig. Sie wurde an den Nasennebenhöhlen operiert, kam danach nur schwer in Schwung und dachte zwischenzeitlich an's Aufhören. Erst im letzten Rennen vor den Spielen holte sie das Olympia-Ticket. «Ich bin mega erleichtert, es war doch eine lange Pause», bekannte Preuß.

Sie und Dahlmeier ließen sich auch nicht von der windbedingten Rennverschiebung von Mittwoch auf Donnerstag abbringen. Dahlmeier hatte als einzige der Favoritinnen die letzte Startgruppe gewählt und ging erst als 80. ins Rennen. Die Techniker hatten auf schneller werdende Bedingungen auf der Strecke spekuliert. «Das war die richtige Entscheidung», sagte Dahlmeier. Doch eine Strafminute war am Ende eine zu große Hypothek für Gold.

«Jeder hat gesehen, dass sie vor zwei Tagen ziemlich erschöpft war. Und gestern beim Training hatte sie sich noch ziemlich schwach gefühlt. Aber man sieht natürlich auch, was diese kleine zierliche Frau aus ihrem Körper rausholen kann», sagte Hönig anerkennend. Das starke deutsche Teamergebnis rundeten Franziska Hildebrand (1 Fehler) als Neunte und Maren Hammerschmidt (3) als 17. ab.

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