Bö erstmals Olympiasieger
Deutsche Biathleten ohne Medaille im Einzel

Erstmals bei Olympia sind die deutschen Biathleten ohne Medaille geblieben. Im Männer-Einzel gab es zu viele Schießfehler. Gold holte ein Norweger, der bislang enttäuschte.

Donnerstag, 15.02.2018, 14:30 Uhr

Erik Lesser wurde im Einzelrennen Neunter.
Erik Lesser wurde im Einzelrennen Neunter. Foto: Hendrik Schmidt

Pyeongchang (dpa) - Bundestrainer Mark Kirchner blieb am Schießstand gelassen. Die in Pyeongchang bislang so erfolgreichen deutschen Biathleten verpassten im sechsten Olympia-Rennen zwar erstmals eine Medaille, doch für Frust sorgte das nach dem Einzel über 20 Kilometer nicht.

«Es war zu erwarten, dass man gut Schießen muss bei den doch sehr guten Bedingungen», sagte Kirchner und stellte fest: «Es geht halt auch mal so, dass es dann nicht ganz funktioniert.»

Insgesamt 14 Schießfehler der vier deutschen Skijäger waren am Donnerstag einfach zu viel für die Podestplätze. Erik Lesser, der vor vier Jahren Olympia-Silber in diesem Wettbewerb geholt hatte, macht es noch am besten und wurde nach einem Schießfehler immerhin Neunter. «Das Ergebnis passt», sagte Lesser, war aber nicht ganz zufrieden mit sich selbst: «Läuferisch war ich leider wieder nicht da, wo ich hin möchte. Ich hoffe, dass ich die nächsten Rennen ein bisschen fitter am Start bin», sagte Lesser.

Der im Weltcup so überragende Norweger Johannes Thingnes Bö siegte trotz seiner zwei Strafminuten. Silber ging an den Slowene Jakov Fak, Bronze an den Österreicher Dominik Landertinger. Sprint-Olympiasieger Peiffer leistete sich insgesamt vier Schießfehler und kam auf Rang 21. «Das war total ärgerlich. Da war sehr viel mehr drin», sagte er.

Massenstart-Weltmeister Schempp kassierte ebenfalls vier Strafminuten und war als 36. noch weiter abgeschlagen. «Das Rennen war nach den ersten beiden Schuss eigentlich schon gelaufen», sagte der Schwabe. Mit zwei Fahrkarten nach den ersten beiden Schüssen war er in den langen Kanten gestartet. «Zum Schluss gab es noch ein bisschen Schadensbegrenzung und ich habe das Bestmögliche rausgeholt.»

Olympia-Debütant Johannes Kühn, der den angeschlagenen Benedikt Doll ersetzte, leistete sich sogar sechs Fehler und beendete seine Premiere als 58.

Bei den Männer geht es am Sonntag mit dem Massenstart weiter, ehe in der zweiten Woche die Staffel-Wettbewerbe auf dem Olympia-Programm stehen. «Das war ein hartes Ding für die Jungs. Jetzt werden wir uns erholen, regenerieren und dann machen wir weiter», sagte Kirchner.

Lange saß Bö, der Mann mit dem goldenen Gewehr, in der Leader-Box und musste zittern. Erst als der Slowene Fak mit der Startnummer 57 mit einem Rückstand von 5,5 Sekunden im Ziel war, sprang der 24-Jährige erleichter von seinem Sitz und jubelte. Wenig später gratulierte ihm Kronprinz Haakon von Norwegen. Geschlagen war der Franzose Martin Fourcade, der nach seinem Gold in der Verfolgung diesmal nur Fünfter wurde.

In den fünf vorherigen Rennen in Südkorea hatte es jeweils eine Medaille für die Skijäger gegeben. Überfliegerin Laura Dahlmeier sicherte sich in Sprint und Verfolgung zum Auftakt jeweils Gold sowie am Donnerstag Bronze im Einzel. Arnd Peiffer setzte sich im Sprint durch, Benedikt Doll feierte Bronze in der Verfolgung.

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