Reitsport
Zahl der toten Pferde nach Herpes-Infektionen gestiegen

Die letzten Sprünge sind absolviert: Die Topreiter reisen nach Deutschland zurück. Die Probleme mit dem aggressiven Herpes-Virus gehen aber weiter.

Sonntag, 07.03.2021, 12:30 Uhr aktualisiert: 07.03.2021, 12:32 Uhr
In Deutschland sind bereits zwei Pferde nach einer Infektion mit einer neuen Herpes-Variante gestorben.
In Deutschland sind bereits zwei Pferde nach einer Infektion mit einer neuen Herpes-Variante gestorben. Foto: Malte Christians

Berlin (dpa) - Begleitet von der Angst um ihre Pferde reisen Deutschlands beste Reiter heim in eine mehrwöchige Zwangspause. Nach dem Ende der ersten Global-Champions-League-Station in Doha und dem Abbruch der Turnierserie in Vejer de la Frontera müssen ihre Vierbeiner in Quarantäne.

Und in zehn europäischen Ländern gibt es ohnehin ein Turnierverbot wegen der aggressiven Herpesvariante aus Valencia, der weiterhin Tiere zum Opfer fallen. Nach jüngsten Angaben sind es inzwischen neun tote Pferde. Der Weltverband FEI berichtet zudem von einer «sehr großen Anzahl von schweren klinischen Fällen».

Mit der Rückkehr aus dem Ausland ist die Ungewissheit und die Zeit des Bangens wegen der möglichen Ansteckung noch nicht beendet. «Ich bete für unsere und alle anderen Pferde, dass sie von dem Virus verschont bleiben», schreibt Weltmeisterin Simone Blum bei Instagram. Die 31-Jährige aus Zolling muss wegen des Abbruchs der Turnierserie in Vejer vorzeitig nach Hause und mit dem Transporter rund 2600 Kilometer quer durch Europa fahren. Nach der anschließenden Quarantäne für ihre Pferde «hoffe ich, dass wir alle wieder zu etwas mehr Normalität zurück kehren».

Wegen eines zweiten Pferdes mit Herpes-Symptomen war die Sunshine Tour in Vejer de la Frontera noch früher als geplant abgebrochen worden. Nach dem ersten Fall war zunächst entschieden worden, dass am Samstag und Sonntag noch geritten wird. Weil aber nach Angaben der Veranstalter ein weiteres Pferd «neurologische Anzeichen von EHV-1» gezeigt hatte, wurden auch diese beiden Turniertage gestrichen. Neben Blum war mehr als ein Dutzend Deutscher mehrere Wochen in Südspanien am Start - und wollte eigentlich bis Ende März bleiben.

In Doha gab es hingegen keine weiteren Fälle, und den vor einer Woche positiv getesteten Vierbeinern von Sven Schlüsselburg geht es nach Angaben des nationalen Verbandes FN gut. Keines der Pferde, «die bis zum 12. Februar an dem Turnier in Valencia teilgenommen hatten, zeigt noch EHV-1-Symptome», hieß es in einer Mitteilung.

Schlüsselburgs Kollegen ritten am Samstag am letzten Turniertag in Katars Hauptstadt wie geplant den Großen Preis. Die FN «befürwortete» das, da sich Reiter und Pferde «bereits seit fast zwei Wochen dort aufhalten».

Christian Kukuk aus Riesenbeck kam als bester der fünf deutschen Starter mit Mumbai im Großen Preis auf Platz fünf. Der 31-Jährige aus dem Stall von Ludger Beerbaum verpasste wegen eines Abwurfs ein besseres Ergebnis. Es siegte der Belgier Niels Bruynseels im Sattel von Delux vor dem Italiener Lorenzo de Luca auf Nuance Bleue und Eric Lamaze aus Kanada mit Dieu Merci.

Siebter wurde Marcus Ehning aus Borken, der mit Stargold zwei Abwürfe hatte. Doha war die erste von 14 Etappen der Global Champions Tour, die mit Berlin Ende Juli und Hamburg Ende August auch zwei deutsche Etappen hat.

Derweil ist nicht nur die Zahl der toten Pferde gewachsen, sondern auch die Zahl der Länder mit nachgewiesenen Fällen der Virusvariante EHV-1. Neben Spanien und Deutschland sind in Europa auch Belgien, Frankreich und Schweden betroffen. Mit Ausnahmegenehmigung der FEI dürfen aber mehrwöchige Turnierserien in Italien und Portugal weiterlaufen, wo zusammen mehr als ein Dutzend Deutsche reitet.

© dpa-infocom, dpa:210304-99-685872/6

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