Dressur-Königin
Springreiter können mit Isabell Werth nicht mithalten

Vier Starts, vier Siege: Die Dressur dominiert Isabell Werth in Stuttgart in eindrucksvoller Art. Der beste deutschen Springreiter kam hingegen nur auf Platz drei. Und die neue Weltmeisterin holt nicht einmal Weltcup-Punkte.

Sonntag, 18.11.2018, 18:10 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 18.11.2018, 18:06 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 18.11.2018, 18:10 Uhr
Isabell Werth setzte sich mit ihrem Zweitpferd Emilio durch.
Isabell Werth setzte sich mit ihrem Zweitpferd Emilio durch. Foto: Rolf Vennenbernd

Stuttgart (dpa) - Isabell Werth dominierte die Dressur - aber die Springreiter blieben beim Heim-Weltcup in Stuttgart wieder ohne Sieg. Für die beste Platzierung sorgte am Sonntag im Großen Preis Christian Ahlmann aus Marl, der mit Tokyo auf Rang drei ritt.

Den Turnier-Höhepunkt, zugleich fünfte Station des Weltcups, gewann der Belgier Pieter Devos mit Apart. Der 32-Jährige siegte vor rund 8.000 Zuschauern vor Max Kühner (Österreich) mit Final und erhielt als Prämie ein Auto.

Ahlmann ritt im Stechen ohne Risiko. «Ich hatte in der ersten Runde Probleme, ihn zu kontrollieren», sagte der 43-Jährige. Daher lenkte der Reiter aus Marl sein Pferd in der entscheidenden Runde lieber langsamer und dafür sicher durch den Parcours, um keinen Abwurf zu kassieren. «Es kam mir entgegen, dass das Stechen nicht so schnell war», sagte Ahlmann: «Ich fahre zufrieden nach Hause.»

Für das zweitbeste Ergebnis der heimischen Reiter sorgte Maurice Tebbel aus Emsbüren, der mit Don Diarado auf Rang vier kam. Vorjahressieger Steve Gueradt aus der Schweiz kam mit Alamo nur auf Rang acht, führt aber im Weltcup-Ranking. Bester Deutscher war als Fünfter Hans-Dieter Dreher, der in Stuttgart nach zwölf Strafpunkten mit Embassy nur auf Rang 31 kam.

Ohne Weltcup-Punkte blieb die neue Weltmeisterin Simone Blum. Die vor zwei Monaten in den USA erfolgreiche Reiterin hatte mit Alice einen Abwurf, verpasste das Stechen und kam nur auf Rang 18. «Das war trotzdem eine gute Runde», sagte Bundestrainer Otto Becker über die Reiterin, die sich am Vorabend eine Nackenverletzung zugezogen hatte. «Sie ist alt genug und kann das entscheiden», sagte Becker zu ihrem Start und ergänzte: «Für sie ist es nicht einfach, auf sie stürzt derzeit viel ein.»

Ganz anders lief es bei der Dressur-Weltmeisterin. Am Sonntagmorgen krönte Isabell Werth mit dem erneuten Erfolg im German Master ihre eindrucksvolle Siegesserie in Stuttgart. Die 49 Jahre alte Dressurreiterin unterstrich ihre Ausnahmestellung, indem sie auch beim vierten Start in der Schleyer-Halle ungeschlagen blieb.

Die erfolgreichste Reiterin der Welt setzte sich im Master im Sattel von Emilio durch und feierte zum insgesamt 15. Mal den Sieg in der traditionsreichen Prüfung, die seit 1985 ausgetragen wird. «Natürlich ist das etwas, was mich stolz macht», sagte Werth. Aber die starke «Art und Weise des Emilio-Auftritts» seien das Wichtigste.

Für ihren Grand Prix Special erhielt Werth von den Wertungsrichtern 79,872 Prozent. Damit lag sie deutlich vor Mannschafts-Weltmeisterin Dorothee Schneider aus Framersheim mit Faustus (76,426). Dritte wurde Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen mit Zaire (75,809), die im September in den USA ebenfalls zum siegreichen WM-Team gehörte.

Werth hatte vor dem Master-Sieg bereits zwei Grand Prix in Stuttgart gewonnen und zudem die Weltcup-Kür am Samstagabend für sich entschieden. Zu ihrem Wochenende-Programm gehörte darüber hinaus ein Trip nach Osnabrück. Dort hielt die Reiterin die Laudatio bei einer Ehrung für die Reitsport-Mäzenin Madeleine Winter-Schulze, der fast alle Pferde gehören, die Werth reitet.

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