Pferdesport
Deutschland sucht eine neue Nummer eins in der Dressur

Der Schock ist halbwegs überstanden: Erstmals nach dem Verlust des zuletzt erfolgreichsten Paares starten die besten deutschen Dressurreiterinnen an diesem Wochenende beim Weltcup-Turnier in Stuttgart.

Freitag, 21.11.2014, 15:42 Uhr

Fabienne Lütkemeier gewann den Grand Prix in Stuttgart. Foto: Rolf Vennenbernd
Fabienne Lütkemeier gewann den Grand Prix in Stuttgart. Foto: Rolf Vennenbernd Foto: dpa

Stuttgart (dpa) - Strahlend spazierte die Dressur-Bundestrainerin nach der Siegerehrung aus den Katakomben der Stuttgarter Schleyerhalle ins Freie. Fröhlich fragte Monica Theodorescu: «Nicht schlecht, oder?»

Beim ersten großen Turnier nach dem Verlust ihres zuletzt erfolgreichsten Dressur-Paares war die 51 Jahre Dressur-Ausbilderin «wirklich sehr zufrieden», denn die deutschen Reiterinnen machten den Sieg im Grand Prix am Freitag unter sich aus: Ganz vorne bei der Ehrenrunde ritt Fabienne Lütkemeier , die vor Isabell Werth und Dorothee Schneider gewann.

Nach der unfreiwilligen Trennung von Helen Langehanenberg und Damon Hill, die vor knapp zwei Wochen offiziell verkündet wurde, wird eine neue Nummer eins im deutschen Dressursport gesucht. Drei Jahre lang war Langehanenberg mit dem Hengst die erfolgreichste Reiterin im Kader, gewann auch vor einem Jahr die Weltcup-Station in Stuttgart. «Das Feld sieht gut aus», sagte die Bundestrainerin nun beruhigend nach der ersten von vier wichtigen Prüfungen in Stuttgart.

Im Sattel von D'Agostino ritt Lütkemeier im Grand Prix mit 76,240 Prozentpunkten zum Sieg. «Sie wird konstant besser», lobte Theodorescu die 25-Jährige aus Paderborn. Im August war Lütkemeier noch als Nachrückerin ins deutsche WM-Team gerutscht und gewann wie bei der EM vor einem Jahr mit der Mannschaft Gold. «Sie hat da tolle Erfahrungen gemacht, die sie gestärkt haben», sagte die Bundestrainerin.

Hinter Lütkemeier folgten in Stuttgart Isabell Werth (Rheinberg) mit Don Johnson (74,840) und Dorothee Schneider (Framersheim) mit Forward Looking (74,600). Dass sie eine Kandidatin für die EM im kommenden Jahr sein kann, bewies auch Jessica Bredow-Werndl (Tuntenhausen), die mit Unee (74,140) Vierte wurde.

«Ich bin in einer komfortablen Situation», kommentierte Werth, die mit Don Johnson ritt und für den Rest der Weltcup-Saison auch El Santo einsetzen will. In der sogenannten Masters-Tour am Samstag und Sonntag, bei der auch Team-Weltmeisterin Kristina Sprehe (Dinklage) mit Desperados antritt, sattelt Werth ihre große Zukunftshoffnung Bella Rose.

Dass mehrere Top-Pferde im Stall nicht selbstverständlich sind, zeigt das Beispiel Langehanenberg. Mit den Besitzern von Damon Hill hatte sie sich zerstritten, konnte sich nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen. Da kein anderes qualitativ gleichwertiges vorhanden ist, hat sie keine Chance auf die EM in Aachen oder die Olympischen Spiele 2016 in Rio.

«Das ist sehr schade», sagte Werth. Zwar hat die erfolgreichste Reiterin der Welt damit im Einzel eine Konkurrentin weniger - vor allem aber auch eine Teamkollegin. «Niemand kann alleine eine Mannschaftswertung gewinnen», sagte die fünfmalige Olympiasiegerin.

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