Ferrari-Star
Vettel: Ich kann besser sein, als ich manchmal war

Selbstkritisch und nüchtern - nach dem Finale von Abu Dhabi hat Sebastian Vettel Bilanz gezogen. Und gesagt, worauf er sich nun am meisten freut.

Sonntag, 25.11.2018, 17:26 Uhr aktualisiert: 25.11.2018, 17:30 Uhr
Ferrari-Star: Vettel: Ich kann besser sein, als ich manchmal war
Foto: Hassan Ammar

Abu Dhabi (dpa) - Fragen an und Antworten von Sebastian Vettel aus der Pressekonferenz nach dem Formel-1-Finale in Abu Dhabi.

Wir groß waren ihre Hoffnungen, das Rennen noch zu gewinnen?

Sebastian Vettel: Eigentlich relativ groß. Bei (Mercedes-Pilot) Valtteri (Bottas) hatte ich mich unheimlich schwer getan, dicht ranzukommen. Er hatte dann einen Fehler in Kurve fünf. Dann dachte ich, wir hätten noch eine Chance, weil wir auf sechs, sieben, acht Runden frischeren Reifen unterwegs waren und hatte gehofft, dass bei den anderen die Reifen einbrechen. Das war aber nicht der Fall. Im Endeffekt hat Lewis (Hamilton) das Tempo vorne gut diktiert und wir keine realistische Chance.

Frage: Wie lautet ihr Fazit vom Ferrari-Jahr 2018?

Vettel: Ich denke, es war ein starker Anfang. In der Mitte und am Ende haben wir uns ein bisschen schwer getan. Der Speed hat ein bisschen gefehlt. Dazu kam die ein oder andere Unachtsamkeit. Wir sind vielleicht ein bisschen weiter zurück als es hätte sein sollen. Es wäre schwer gewesen, bis zum letzten Rennen alles offen zu halten. Wir wissen teamintern, wo die Schwachstellen sind und müssen an den Schrauben drehen, um den Schritt nach vorne zu machen.

Was meinen Sie genau?

Vettel: Wir sind zur Hälfte der Saison etwas vom Weg abgekommen. Wir haben zum Ende der Saison einen Rückschritt gemacht. Wir hatten viel zu lernen, es war insgesamt ein hartes Jahr. Das Team ist stark, das Team hat Potenzial. Es ist aber auch viel passiert im Team in diesem Jahr, wie der Tod von Ferrari-Chef Sergio Marchionne, der ein harter Schlag war und große Auswirkungen hatte. Wir müssen uns jedes Detail anschauen und als Gruppe gestärkt nächstes Jahr zurückkommen.

Müssen Sie auch an ihrer Fahr- und Herangehensweise etwas ändern?

Vettel: Ich denke, dass ich keine Probleme habe, Fehler zuzugeben. Natürlich muss ich mir einige Sachen anschauen, die falsch gelaufen sind. Andere sind nicht so gelaufen, die ich mir aber nicht noch mal anschauen muss. Man darf es auch nicht verkomplizieren. Ich kann besser sein, als ich manchmal war in diesem Jahr. Wir hatten aber auch Rennen gehabt, in dem wir alles rausgeholt haben. Ich versuche immer, Dinge zu verbessern. Ich glaube nicht, dass ich jetzt Dinge auf den Kopf stellen muss.

Was machen Sie in der Winterpause?

Vettel: Was machen Sie denn...? (lacht) Es ist wie immer, es kommen noch ein paar Verpflichtungen und Termine. Worauf ich mich wirklich freue, ist mal alles runterzufahren. Ich brauche mal ein bisschen Zeit für mich selbst. Ich werde Zeit mit meiner Familie genießen, mit meinen Freunden. Es war eine schwere und anstrengende Saison für mich. Ich brauche definitiv mal eine Pause. Ich bin mir aber sicher, dass ich wieder hungrig sein werde, wenn ich mir anschaue, wie es in den vergangenen Wintern immer war.

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