«Bei allen läuft es gut»
Deutsche Geher hoffen auf WM-Überraschung

Der 50-Kilometer-Titelkampf der Geher steht bei der Leichtathletik-WM besonders im Fokus. Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit machen auch die in die Nacht verlegten Rennen fast unkalkulierbar. Die drei deutschen Geher hoffen nach einem Hitze-Training daher auf eine Überraschung.

Freitag, 27.09.2019, 06:05 Uhr aktualisiert: 27.09.2019, 06:08 Uhr
Die deutschen Geher wollen bei der WM für eine Überraschung sorgen: Nathaniel Seiler ist mit dabei.
Die deutschen Geher wollen bei der WM für eine Überraschung sorgen: Nathaniel Seiler ist mit dabei. Foto: Hendrik Schmidt

Doha (dpa) - Geher-Bundestrainer Ronald Weigel ist zuversichtlich. «Bei allen läuft es gut», berichtete der Weltmeister von 1983 vor den 50-Kilometer-Titelkämpfen in Doha Samstagnacht um 23.30 Uhr Ortszeit (22.30 MESZ).

Deutsche Starter bei den Männern sind Carl Dohmann (Baden-Baden), Jonathan Hilbert (LG Ohra Energie) und Nathaniel Seiler (TV Bühlertal). Deutsche Frauen sind in dem mit den Männern gemeinsam gestarteten Rennen nicht.

«Ich mache vorher keine Prognosen, weil ich abergläubisch bin», sagte Weigel. «Der größte Gegner werden die Bedingungen in Doha sein. Wer damit am besten klar kommt, wird weit vorne sein. Wer gut und stabil trainiert hat, wird auch die Wetterbedingungen meistern.» Bei dem in die Nacht verschobenen Rennen werden dennoch hohe Temperaturen und eine große Luftfeuchtigkeit erwartet.

«Es wird nicht die Hitze sein, sondern auch das schwüle Wetter, das uns zu schaffen macht», erklärte Weigel. «Hitze ist okay. Aber das subtropische Wetter, da ist es schwierig, sich anzupassen.» Die Geher haben zur Eingewöhnung in Potsdam eine Art Hitze-Woche in einem erhitzen Raum mit aufgehängten, feuchten Tücher gemacht. «Da haben wir festgestellt, wie schwierig es unter solchen Bedingungen ist.»

Diese Bedingungen könnten am Ende den deutschen Gehern sogar zugute kommen. «Bei den 50 Kilometern wird es Überraschungen geben. Vielleicht sind wir dabei», sagte DLV-Generaldirektor Sport Idriss Gonschinska.

Für Verdruss hatte bei vielen Gehern das Vorhaben der IAAF gesorgt, den 50 Kilometer-Wettbewerb 2021 abzuschaffen und ihn durch eine kürzere Distanz (35 Kilometer) zu ersetzen. «Es gibt Für und Wider. Ich meine, man sollte bei den klassischen Distanzen bleiben», sagte Weigel. «Wir sind damit über 100 Jahre gut gefahren, seit es sie bei WM und Olympia gibt.» Die Leichtathletik solle revolutioniert werden, und «man hat mit dem Gehen angefangen», meinte Weigel.

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