Handball-Bundesliga
Kiel patzt im Titelrennen - Flensburg nutzt Steilvorlage

Das Ende einer eindrucksvollen Siegesserie wirft den THW Kiel im Titelkampf vorentscheidend zurück. Nutznießer ist Erzrivale Flensburg, der mit sechs Punkten Vorsprung auf Meisterkurs ist.

Sonntag, 17.02.2019, 18:10 Uhr aktualisiert: 17.02.2019, 18:12 Uhr
Magdeburgs Zeljko Musa wirft auf das Kieler Tor.
Magdeburgs Zeljko Musa wirft auf das Kieler Tor. Foto: Frank Molter

Kiel (dpa) - Frust beim THW Kiel, Freude bei der SG Flensburg-Handewitt: Mit der ersten Saison-Heimniederlage in der Handball-Bundesliga hat der Rekordmeister wohl die letzte Titelchance verspielt und dem Nordrivalen den Weg zur Titelverteidigung frei gemacht.

Nach 16 Siegen in Serie unterlagen die Kieler dem Tabellenvierten SC Magdeburg mit 25:28 (13:14) und haben nun sechs Punkte Rückstand auf den weiter ungeschlagenen Spitzenreiter, der die Steilvorlage beim lockeren 28:18 (13:9) gegen den HC Erlangen eiskalt nutzte.

«Die Meisterschaft ist in weite Ferne gerückt», sagte THW-Trainer Alfred Gislason. Ein Blick auf die Statistik untermauert seine Einschätzung: Noch nie verspielte ein Tabellenführer einen Vorsprung von sechs Punkten nach dem 21. Spieltag.

Die letzte Niederlage hatten die Kieler am 13. September 2018 kassiert - beim 30:35 in Magdeburg. Danach hatte es wettbewerbsübergreifend 22 Erfolge nacheinander gegeben. Mit der geplanten Revanche wurde es jedoch nichts, weil der THW zu statisch und fehlerhaft agierte. «Magdeburg hat verdient gewonnen», sagte Gislason. «Wir hatten Probleme im Angriff und mussten immer einem Rückstand hinterherlaufen.»

Kiel fand nur schwer in die Partie und schaffte erst nach einer Viertelstunde erstmals eine Führung. Allerdings hielt diese nicht lange, denn Magdeburg agierte insgesamt abgeklärter. Allerdings ließen die Gäste etliche hochkarätige Möglichkeiten aus, so dass sie lediglich mit einem knappen Ein-Tore-Plus in die Pause gingen.

Auch nach dem Wechsel blieb es lange eng - vor allem, weil nun die beiden dänischen Weltmeister-Torhüter Niklas Landin (Kiel) und Jannick Green (Magdeburg) zur Hochform aufliefen. In der Schlussphase zog Magdeburg beim 25:22 (54.) erstmals auf drei Tore davon und brachte diesen Vorsprung ins Ziel. Bester Werfer beim Sieger war Albin Lagergren mit sieben Toren, für den THW war Domagoj Duvnjak ebenfalls siebenmal erfolgreich.

Die Nachricht vom Kieler Patzer pushte die Flensburger, die gegen Erlangen nie in Gefahr gerieten und im 21. Saisonspiel ihren 21. Sieg feierten. Der Titelverteidiger, der in Magnus Jöndal (9 Tore) seinen besten Schützen hatte, stand in der Abwehr sicher und drehte nach der Pause auch im Angriff auf. «Wir schauen weiter nur auf uns und wollen unsere Aufgaben lösen», sagte SG-Coach Maik Machulla.

Im Kampf gegen den Abstieg hoffte die SG BBM Bietigheim nach dem Blitztransfer von 2007-Weltmeister Michael Kraus vergeblich auf einen kurzfristigen Erfolg. Der vom TVB Stuttgart verpflichtete Rückraumspieler führte sich beim Aufsteiger mit sechs Toren zwar gut ein, konnte die 24:31-Niederlage des Tabellenvorletzten bei der MT Melsungen aber nicht verhindern.

Am Samstag hatte der 35-Jährige in Bietigheim einen Vertrag bis zum Saisonende mit der Option auf eine Verlängerung bis zum Sommer 2020 unterschrieben. Über die Ablösesumme vereinbarten beide Vereine Stillschweigen. «Ich hätte die Saison gerne beim TVB beendet. Das kurzfristige Angebot von Bietigheim bietet meiner Familie und mir aber die Möglichkeit, auch zukünftig in der Region zu bleiben», begründete Kraus den Wechsel.

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