Bundesliga-Spitzenspiel
THW bei den Löwen unter Druck

Am Samstag tritt der THW Kiel zum Handball-Topspiel bei den Rhein-Neckar Löwen an. Die Kieler brauchen einen Sieg, damit der Abstand zur Tabellenspitze nicht schon zu früh wieder zu groß wird. Dabei hatten sie sich das ganz anders vorgestellt.

Freitag, 12.10.2018, 13:08 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 13:04 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 13:08 Uhr
«Das ist ein extrem wichtiges Spiel für uns», sagt Kiel-Trainer Alfred Gislason vor dem Spiel gegen die Löwen.
«Das ist ein extrem wichtiges Spiel für uns», sagt Kiel-Trainer Alfred Gislason vor dem Spiel gegen die Löwen. Foto: Frank Molter

Mannheim (dpa) - Die Ausgangslage war mal eine andere. Es gab im deutschen Handball Zeiten, da war der THW Kiel das Maß aller Dinge.

Zwischen 2000 und 2015 gewann der THW zwölf Meisterschaften und sorgte in dieser Periode mindestens zweimal für großen Frust bei den Rhein-Neckar Löwen, weil er den Badenern 2014 und 2015 kurz vor Schluss den Titel noch wegschnappte. Aber vor dem erneuten Aufeinandertreffen der beiden Spitzenteams an diesem Samstag (18.10 Uhr) in Mannheim haben sich diese Zeiten längst geändert.

Zwei deutsche Meisterschaften stehen mittlerweile in der Vereinschronik der Löwen. Die Kieler dagegen hatten mit der Vergabe der vergangenen drei Silberschalen kaum etwas zu tun, was im hohen Norden letztmals zu Beginn der 90er Jahre vorgekommen war, als einige THW-Fans noch nicht mal geboren waren. «Das ist ein extrem wichtiges Spiel für uns», weiß Trainer Alfred Gislason. Der Druck auf die Mannschaft des Isländers ist vor der Partie bei den Löwen aber nicht nur aus diesem Grund groß.

Denn auch in der noch jungen aktuellen Spielzeit hat der THW in neun Spielen bereits zweimal verloren. Geht auch der Auswärtstrip in die Mannheimer SAP Arena schief, würde sich der Abstand zum noch unbesiegten Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt schon früh noch weiter vergrößern. Das alles passt überhaupt nicht zum Selbstverständnis des stolzen Rekordmeisters, den eine knappe Mehrheit der Bundesliga-Trainer vor der Saison zum Topfavoriten auf den Titel erklärt hatte.

Den besseren Start legten aber nicht nur Titelverteidiger Flensburg, sondern auch die Löwen hin. Die Mannschaft von Trainer Nikolaj Jacobsen hat in der Bundesliga noch nicht verloren, allerdings auch erst sieben Spiele absolviert. Gewinnt der vor der Saison deutlich verstärkte Pokalsieger auch am Samstag, würde er in der Tabelle trotzdem schon wieder am THW vorbeiziehen. «Gegen Kiel sahen wir in den letzten Jahren zuhause immer gut aus», sagte Weltklasse-Spielmacher Andy Schmid.

Die Voraussetzungen, dass das so bleibt, sind aus Sicht des deutschen Meisters von 2016 und 2017 nicht die schlechtesten. Zwar dürften auch die Kieler dank ihrer Serie von zuletzt fünf Bundesliga-Siegen in Serie selbstbewusst antreten. Aber der THW kommt auch mit dem Wissen, seine bisherigen beiden Spiele gegen Top-Gegner in dieser Saison verloren zu haben. Sowohl in Flensburg als auch beim Tabellenzweiten SC Magdeburg setzte es bereits Niederlagen für den Rekordmeister. Auch das passte überhaupt nicht zum Selbstverständnis des THW. Aber die Zeiten haben sich geändert.

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