DFB-Pokal-Endspiel
«Eine Lebenserfahrung»: Erstes Geister-Finale in Berlin

Ohne Zuschauer werden Bayer Leverkusen und der FC Bayern München am Samstag im Berliner Olympiastadion den DFB-Pokalsieger 2020 ermitteln. Der sportliche Wert bleibt gleich. Am Rande könnte es einen jungen Rekordspieler und ein emotionales Comeback geben.

Samstag, 04.07.2020, 07:34 Uhr aktualisiert: 04.07.2020, 07:36 Uhr
Vor leeren Zuschauerrängen wird DFB-Präsident Fritz Keller den DFB-Pokal in diesem Jahr übergeben.
Vor leeren Zuschauerrängen wird DFB-Präsident Fritz Keller den DFB-Pokal in diesem Jahr übergeben. Foto: Robert Michael

Berlin (dpa) - Auch beim Höhepunkt des deutschen Vereins-Fußballs ist in diesem Jahr natürlich alles anders. Das Endspiel um den DFB-Pokal zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München (20.00 Uhr/ARD und Sky) wird zum ersten Geister-Finale in diesem Wettbewerb.

DFB-Präsident Fritz Keller tut dies «in der Seele weh». Doch so wird dieses Endspiel auch für alte Hasen ein ganz außergewöhnliches werden. «Auch für jemanden, der öfter im Finale gestanden hat, ist es etwas Besonderes, mal so ein Spiel mitzuerleben», sagte Bayern-Kapitän Manuel Neuer: «Das wird auch für mich eine Lebenserfahrung sein.»

STATISTIK: Der FC Bayern hat doppelt so viele Pokal-Endspiele verloren wie Leverkusen - er hat aber bisher auch fast acht Mal so viele gespielt. 19 Siege sind für die Münchner nach 23 Endspielen notiert. Die Leverkusener gewannen von ihren dreien nur das im Jahr 1993 und verloren 2002 und 2009. Überhaupt hat Bayer seit 27 Jahren keinen einzigen Titel geholt. Die Münchner könnten nach dem Gewinn des Meistertitels nun ihr 13. Double vollenden.

REKORDGEWINNER: Auch die Liste der Rekordgewinner unter den Spielern ist sehr vom FC Bayern geprägt. Den alleinigen Rekordhalter Bastian Schweinsteiger, der den Pokal sieben Mal gewann, wird in diesem Jahr keiner einholen. Manuel Neuer, Thomas Müller und David Alaba könnten mit ihrem sechsten Triumph aber mit dem Quartett Franck Ribéry, Philipp Lahm, Claudio Pizarro und Oliver Kahn gleichziehen.

REKORDSPIELER: Einen Rekord der ganz anderen Art könnte am Samstag Florian Wirtz aufstellen. Käme der 17 Jahre alte Offensiv-Spieler der Leverkusener zum Einsatz, würde er zum jüngsten Spieler werden, der je in einem deutschen Cup-Finale auflief. Es wäre der zweite Rekord für Wirtz in weniger als einem Monat. Durch einen Treffer Anfang Juni - ebenfalls gegen den FC Bayern - war er schon zum jüngsten Torschützen in der Bundesliga-Historie geworden.

SIEGENDE HOLLÄNDER: Leverkusens Trainer Peter Bosz kann auf ein gutes Omen hoffen. Er ist der vierte niederländische Trainer, der ein Team in einem deutschen Pokal-Endspiel betreut. Seine drei Vorgänger gewannen ihre vier Finals alle. Rinus Michels 1983 mit dem 1. FC Köln, Huub Stevens 2001 und 2002 mit dem FC Schalke 04 und Louis van Gaal 2010 mit dem FC Bayern München. «Die Trainer sind in Holland große Namen», sagte Bosz: «Es wäre super, wenn mein Name in dieser Reihe stehen würde.»

COMEBACKER: Als Niklas Süle sich am 19. Oktober 2019 das vordere Kreuzband im linken Knie riss, schien die Saison für den Nationalspieler des FC Bayern beendet. Da die Spielzeit nun rund sechs Wochen länger dauerte als zunächst geplant, könnte er am Samstag doch noch ein Comeback feiern.

© dpa-infocom, dpa:200703-99-667457/3

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