2. Bundesliga
Vier Favoriten, vier Baustellen: Sorgen vor dem Liga-Start

VfB Stuttgart, Hamburger SV, Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg: Wohl noch nie war die 2. Bundesliga derart prominent besetzt. Vor dem Saisonstart am kommenden Wochenende sind aber alle vier Aufstiegsfavoriten noch nicht fertig mit ihrem Kaderumbau.

Sonntag, 21.07.2019, 15:08 Uhr aktualisiert: 21.07.2019, 17:04 Uhr
«Die Verletzung ist ein Schock für uns alle», sagte Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat über Kalajdzic.
«Die Verletzung ist ein Schock für uns alle», sagte Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat über Kalajdzic. Foto: Sebastian Gollnow

Hannover (dpa) - Der neue Hoffnungsträger für den Angriff war erst vor zwei Wochen gekommen. An diesem Wochenende lautete die Diagnose bei Sasa Kalajdzic vom VfB Stuttgart dann: Kreuzband, Innen- und Außenband gerissen. Der 2,5-Millionen-Euro-Transfer aus Österreich wird bis zu acht Monate fehlen.

«Die Verletzung ist ein Schock für uns alle», sagte Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat. Und sie ist auch ein Symbol dafür, dass wenige Tage vor dem Saisonstart der 2. Fußball-Bundesliga noch längst nicht alles rundläuft bei den in diesem Jahr so besonders prominenten Aufstiegsfavoriten.

Der VfB muss seine Kaderplanung nun noch einmal überdenken. Der erste Gegner Hannover 96 (Freitag, 20.30 Uhr/Sky) bekam bei seiner Generalprobe gegen den niederländischen Erstligisten FC Groningen (0:1) eine Menge Defizite vor Augen geführt. Der Hamburger SV ist nach dem 2:2 gegen den belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht zwar im Prinzip zufrieden mit dem Stand der Dinge, sucht aber immer noch zwei bis drei weitere Neuzugänge.

Einzig der 1. FC Nürnberg überzeugte an diesem Wochenende mit einem 1:1 gegen den französischen Serienmeister Paris Saint-Germain. Trainer Damir Canadi relativierte das allerdings gleich wieder in einem Sky-Interview, indem er sagte: «Wir haben einen Umbruch eingeleitet und wollen eine Mannschaft aufbauen, die stabil ist», sagte der Österreicher. Dieser Prozess sei eher auf zwei Jahre als nur auf die kommende Saison ausgelegt, denn: «Wir wollen kein Fahrstuhlverein sein, der mal hoch- und wieder runtergeht.»

Der FCN beginnt die neue Saison mit einem Auswärtsspiel in Dresden (Samstag, 13.00 Uhr), der HSV startet zu Hause gegen Darmstadt 98 (Sonntag, 13.30 Uhr), Stuttgart und Hannover spielen sogar direkt gegeneinander. Alle vier Aufstiegsfavoriten bauen in diesem Sommer jeweils ein neues Team auf und sind damit auch noch nicht fertig. Doch während der VfB nach dem Ausfall von Kalajdzic immer noch vier andere teils namhafte Stürmer im Aufgebot hat (Gomez, Gonzalez, Al Ghaddioui, Donis), ist der Handlungsdruck in Hannover groß.

96-Trainer Mirko Slomka sucht dringend einen Innenverteidiger und muss auch am spielerischen Niveau des Kaders noch weiter arbeiten. Doch weitere Neuzugänge sind erst möglich, wenn Spieler wie Walace, Jonathas oder der Japaner Genki Haraguchi den Verein verlassen. Bei Walace steht ein Wechsel kurz bevor, für die beiden anderen gibt es aktuell keine Interessenten. Trotz aller spürbaren Skepsis der Fans bei einem Stadionfest am Sonntag sagte Kapitän Marvin Bakalorz dem TV-Sender Sky: «Ich habe ein gutes Gefühl bei der Mannschaft.»

Ähnlich äußerte sich auch HSV-Trainer Dieter Hecking trotz einer verspielten 2:0-Führung gegen Anderlecht. «Das Große und Ganze passt», sagte er. «Über weite Strecke war das sehr, sehr gut.» Als Verstärkung für den Angriff ist Martin Harnik von Werder Bremen im Gespräch. Und einen prominenten Unterstützer haben die Hamburger auch: «Das ist eine tolle Stadt und ein großer Verein: Die müssen einfach in der Ersten Liga spielen», sagte der frühere HSVer und jetzige Anderlechter Spielertrainer Vincent Kompany.

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