2. Liga
Keine Schonfrist für HSV-Coach Wolf: Zum Aufstieg verdammt

Der neue HSV-Coach Hannes Wolf gibt seit Mittwoch den Ton an. Viel Zeit für Veränderungen hat er nicht. Liefern muss er aber sofort. Schon am Freitag soll er sich beweisen.

Mittwoch, 24.10.2018, 14:10 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 24.10.2018, 14:06 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 24.10.2018, 14:10 Uhr
Hannes Wolf spricht bei seinem ersten Training mit den HSV-Spielern.
Hannes Wolf spricht bei seinem ersten Training mit den HSV-Spielern. Foto: Christian Charisius

Hamburg (dpa) - Für Trainer Hannes Wolf hat am Mittwoch um 10.53 Uhr ein äußerst riskantes Abenteuer begonnen. Nur zwei Übungseinheiten hat der Coach Zeit, dann muss er mit seinem neuen Verein Hamburger SV das erste Mal in der 2. Bundesliga gewinnen.

In den folgenden sieben Monate ist er dazu verdammt, mit dem Bundesliga-Absteiger in die Eliteliga des deutschen Fußballs zurückzukehren. «Das ist eine große Herausforderung. Der stelle ich mich gerne», sagte der gebürtige Bochumer, wohl wissend, dass er auf dem explosivsten Schleudersitz des deutschen Profifußballs Platz genommen hat. Wolf ist der 24. Trainer beim HSV in den vergangenen 20 Jahren.

Der Neue ging sein heikles Werk mit Elan an. «Sauber spielen, keine Fehler machen», rief er seinen Schützlingen bei den Passübungen zu und ließ Torabschlüsse proben. «Wir wollen die Fähigkeiten, die die Spieler haben, sofort auf den Platz bringen», lautet sein Nahziel. Auch Vorgänger Christian Titz hatte stets von Qualität gesprochen, die im Kader stecke. Auf dem Rasen war davon zuletzt aber wenig zu sehen. Die Spielkultur war zusehends auf der Strecke geblieben.

Die ersten Trainingseindrücke unter Wolf blieben schemenhaft. Lediglich 20 Minuten waren öffentlich. Danach fiel wie üblich vor dem nächsten Spiel der Vorhang. Zuschauer durften erst gar nicht bis zum Trainingsplatz vordringen. «Die Mannschaft hat gut mitgezogen», meinte der Chefcoach. «Sie ist jung und hat eine hohe Qualität.» Zuvor hatte der Trainer zu den Profis gesprochen und ihnen die vertrackte Lage nach der Beurlaubung des bei Fans und Mannschaft beliebten Titz erläutert. Bei Spielern wie Lewis Holtby, der Titz seinen Freund nennt, oder Fiete Arp, der in Titz einen Ziehvater sieht und deshalb am Vortag seinen Unmut via Instagram kundtat, muss der neue Coach zähe Überzeugungsarbeit leisten.

Der Trainerwechsel auf Platz fünf mit zwei Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter 1. FC Köln lässt den gewaltigen Druck erahnen, unter dem die Vereinsführung steht. Für den Aufstieg müssen Siege her. Seinen ersten soll Wolf am Freitagabend (18.30 Uhr) beim Aufsteiger 1. FC Magdeburg holen. Unentschieden sind zu wenig. Davon hatte Titz gleich drei in den vergangenen vier Partien eingefahren. «Ich wünsche mir, dass wir am Freitag konstant voll da sind, gut verteidigen und fußballerische Lösungen finden», sagte Wolf. Das Ballgeschiebe zwischen Torwart und Innenverteidigern wird vermutlich beendet.

Als einstiger Trainer des VfB Stuttgart weiß der Coach, wie sofortiger Aufstieg eines Absteigers geht. «Mentale Schärfe, Konstanz, Fitness, Power» - das sind für ihn Schlüsselbegriffe auf dem Weg zurück ins Fußball-Oberhaus. Ob Wolf den Kader durchmischt, wird sich zeigen. Er stehe «wie kein Zweiter für junge Spieler», lobte HSV-Sportvorstand Ralf Becker den neuen Trainer. Darin unterscheidet sich der neue Coach allerdings nicht vom alten.

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