Fünfmal 1:1
Punktgewinn gegen Bayern stärkt den Werder-«Glauben»

Der Bremer Mut wird belohnt. Beim 1:1 in München zeigen die in der Vorsaison beinahe abgestiegenen Hanseaten eine starke Vorstellung, schnuppern sogar am Sieg gegen den Triplesieger. Aber auch mit dem Remis reißt eine unglaubliche Niederlagen-Serie.

Sonntag, 22.11.2020, 13:07 Uhr aktualisiert: 22.11.2020, 13:10 Uhr
Der Bremer Maximilian Eggestein (2.v.l). hatte in München zur Führung getroffen.
Der Bremer Maximilian Eggestein (2.v.l). hatte in München zur Führung getroffen. Foto: Lukas Barth

München (dpa) - Zum hochverdienten Punktgewinn gab's für Werder Bremen noch eine kuriose Bestmarke oben drauf. Wie bislang nur Bayer Leverkusen vor vier Jahrzehnten beendeten die Hanseaten durch das 1:1 beim FC Bayern das fünfte Spiel am Stück mit demselben Ergebnis.

«Jetzt haben wir ihn - den wahrscheinlich zweitlangweiligsten Rekord der Bundesliga-Geschichte nach am längsten 0:0 gespielt», scherzte Trainer Florian Kohfeldt. «Wir nehmen den Punkt mit, und es wäre absolut vermessen zu sagen, dass das zu wenig ist in München.»

Doch genau das war das Remis eigentlich, denn beim mutigen und disziplinierten Auftritt schnupperten die in der Vorsaison beinahe abgestiegenen Bremer sogar an einem überraschenden Sieg. «Ich bin sogar einen ganz kleinen Hauch enttäuscht, weil sogar mehr möglich gewesen wäre», gestand Torschütze Maximilian Eggestein, der von Kohfeldt als «überragender Spieler» seiner Elf geadelt wurde.

Hinten standen die Bremer stabil, vorne glückte wieder ein Tor. Vielleicht hätten die Gäste noch öfter jubeln können, wenn sie nicht ausgerechnet auf Manuel Neuer getroffen wären. «Ich bin nicht der Erste, der sagt: Er ist der beste Torhüter in Deutschland und auf der Welt, den es vielleicht je gegeben hat», sagte Kohfeldt. Eggestein freute sich, «gegen den besten Torwart der Welt» getroffen zu haben.

Im siebten Liga-Spiel nacheinander blieb Werder nun unbezwungen, nach 22 Pflichtspiel-Niederlagen in Folge seit September 2010 gegen die Münchner riss eine fürchterliche Bayern-Serie. «Die Mannschaft arbeitet hart an sich und spielt leidenschaftlich Fußball. Sie geht auch fußballerisch Schritte», sagte Kohfeldt. «Das gegen die beste Mannschaft der Welt umgesetzt zu haben, kann uns helfen, den Glauben weiter zu stärken.»

Wie stabil der Bremer Aufschwung tatsächlich ist, wird sich nach der vergangenen Zittersaison bei Rückschlägen erweisen. Kohfeldt ist da optimistisch. «Wenn wir den Weg weiter gehen, werden wir - auch wenn wir mal einen Rückschlag haben - eine sehr stabile Saison spielen», sagte der 38-Jährige und hegte für das Auswärtsspiel am Freitag gegen den VfL Wolfsburg einen Wunsch. «Wir versuchen im positiven Sinne in den nächsten Spielen die Serie zu brechen und nicht noch auszubauen.»

© dpa-infocom, dpa:201122-99-422851/2

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