Verpasster Heimsieg
Trotz Länderspiel und Tor: Gladbach-Remis ärgert Hofmann

Vor dem mit Spannung erwarteten Auftakt in der Champions League leistet sich Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga einen Stotterstart. Für die internationalen Spiele müssen die Gladbacher an Cleverness zulegen.

Sonntag, 18.10.2020, 11:16 Uhr aktualisiert: 18.10.2020, 11:20 Uhr
Musste sich mit Gladbach gegen Wolfsburg mit einem Punkt zufrieden geben: Torschütze Jonas Hofmann.
Musste sich mit Gladbach gegen Wolfsburg mit einem Punkt zufrieden geben: Torschütze Jonas Hofmann. Foto: Bernd Thissen

Mönchengladbach (dpa) - Für Jonas Hofmann hätte es nach seinem Länderspiel-Debüt und seinem Elfmetertreffer eine perfekte Woche werden können.

Doch der nächste verpasste Heimsieg von Borussia Mönchengladbach beim 1:1 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg trübte die Freude auf den Champions-League-Auftakt am Mittwoch bei Inter Mailand (21.00 Uhr/DAZN) doch arg. «Das einzig Gute ist, dass wir nicht verloren haben. Ich bin schon sehr enttäuscht», sagte Hofmann, der in der 78. Minute den Foulelfmeter zum 1:0 verwandelte. Aber wie schon im ersten Spiel reichte die Führung nicht zum ersten Heimsieg.

«So etwas muss man über die Zeit retten, und so ein Tor darf man sich nicht mehr einfangen», sagte Hofmann, der die Ausführung des Elfmeters übernahm, weil der etatmäßige Schütze Lars Stindl schon ausgewechselt war. Wie schon im ersten Heimspiel dieser Saison beim 1:1 gegen Union Berlin mussten die Gladbacher nach einer 1:0-Führung gegen Wolfsburg noch einen späten Gegentreffer hinnehmen.

Trainer Marco Rose erkannte eine gewisse Müdigkeit vor allem bei den Nationalspielern und bei seinen gerade erst genesenen Spielern wie Marcus Thuram oder Breel Embolo. Der Coach empfahl statt spielerischer Lösungen auch mal ein altbewährtes Rezept: «Dazu gehört dann, dass man in der einen oder anderen Situation auch mal humorlos klärt», meinte Rose, dessen laufintensiver Spielstil schon viel Kraft kostet.

«Dann musst du eben alle Reserven raushauen und wenn du todmüde bist, musst du dich in den Räumen zeigen, Bälle festmachen oder Fouls ziehen», erklärte der 44-Jährige. «Möglicherweise ist es auch eine Frage von Cleverness, an der wir natürlich auch arbeiten können. Fakt ist aber, dass wir geführt haben, und dann müssen wir so ein enges und intensives Spiel auch mal 1:0 nach Hause bringen.»

Fakt ist aber auch, dass sich seine Mannschaft, in der Torjäger Alassane Plea wegen einer kurzen Babypause fehlte, um ein wichtiges Erfolgserlebnis gebracht hat. Dabei ist es genau das, was der Trainer fordert in dem 16-Spiele-Marathon bis Weihnachten. Ein gelungener Auftakt in die Spielzeit hätte da sehr geholfen. «Der Saisonstart ist nicht so verlaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten, aber es hilft nichts. Jetzt geht es nach Mailand, das erste Champions-League-Spiel steht an. Deswegen haben wir nicht viel Zeit, uns über dieses 1:1 zu ärgern», sagte Torhüter Yann Sommer.

Spielverderber war diesmal Wout Weghorst, der mit seinem Ausgleichstreffer in der 85. Minute das zweite Saisontor der Niedersachsen erzielte und damit in seinem 70. Bundesligaspiel seinen 34. Treffer markierte. «Das ist schön für mein Gefühl, dass ich den direkt reinhaue. Das ist das, wovon ich lebe», sagte Wolfsburgs Mittelstürmer.

© dpa-infocom, dpa:201018-99-986105/2

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