2. Spieltag
Frankfurt schockt Fan-Rückkehrer: Sieg bei Hertha BSC

Wie schon im Juni überrascht Eintracht Frankfurt die Hertha im eigenen Stadion. Erst nach der Pause fanden die Berliner ins Spiel - die Rückkehr ins Olympiastadion wird für 4000 Fans eine Enttäuschung.

Freitag, 25.09.2020, 22:50 Uhr aktualisiert: 25.09.2020, 23:24 Uhr
Während die Berliner enttäuscht sind, jubeln die Frankfurter nach dem Treffer von Bas Dost (r).
Während die Berliner enttäuscht sind, jubeln die Frankfurter nach dem Treffer von Bas Dost (r). Foto: Michael Sohn

Berlin (dpa) - Als die Hertha-Spieler in die Ostkurve trotteten, riefen ihnen nur noch ein paar Dutzend Fans das bekannte «Ha, Ho, He» zu. Die anderen der 4000 Zuschauer, die erstmals wieder im Olympiastadion sein duften, suchten schnell und ohne große Emotionsausbrüche das Weite.

Eine mutige und effektive Eintracht hatte die Fan-Rückkehrer und die Berliner Profis gleichermaßen geschockt. Die Frankfurter siegten zum Auftakt des 2. Spieltages in der Fußball-Bundesliga in Berlin mit 3:1 (2:0) und überholten in der Tabelle mit vier Punkten den Hauptstadtclub, der drei Zähler hat.

«In der ersten Halbzeit haben wir fast wie eine Schülermannschaft gespielt», schimpfte der neue Hertha-Torwart Alexander Schwolow bei DAZN. André Silva mit einem verwandelten Foulelfmeter (30. Minute), über den sich die zurückgekehrten Zuschauer mächtig erregten, Angriffskollege Bas Dost (36.) und Sebastian Rode (71.) sorgten für den Sieg der Hessen. «Kurz und knapp: Wir haben die erste Halbzeit verpennt und müssen uns an die eigene Nase fassen. Insgesamt war es zu wenig heute», sagte Schwolow.

Erst nach dem Rückstand und drei Halbzeit-Wechseln konnte Hertha kurz an die Leistung beim 4:1-Erfolg zum Liga-Start in Bremen anknüpfen - mehr als der Anschluss durch ein Eigentor von Martin Hinteregger aber kam nicht mehr heraus (76.). «Wir haben von der ersten Minute an sehr gut dagengehalten und ordentlich nach vorne gespielt», sagte Rode.

Die Hertha-Fans im über 74.000 Besucher fassenden Olympiastadion, die vor dem Anpfiff von ihrem Team begrüßt wurden, sahen gleich eine aktive Eintracht. Die Gäste attackierten früh, mussten aber schon in der Anfangsphase einen heftigen Ausfall wegstecken. Filip Kostic rannte mit Berlins Innenverteidiger Jordan Torunarigha zusammen (9.), wurde lange am rechten Knie behandelt und musste doch raus.

Die Frankfurter, die zum Saisonauftakt gegen Neuling Bielefeld 1:1 gespielt hatten, ließen sich nicht beeindrucken. Dost näherte sich mit einem Kopfball dem Berliner Tor (20.), Silva besaß die erste gute Chance (25.). Nach einem Zweikampf des Portugiesen mit dem neuen Hertha-Kapitän Dedryck Boyata entschied Schiedsrichter Bastian Dankert auf Elfmeter - eine strittige Angelegenheit, die vom Video-Assistenten nicht als grob falsch gesehen wurde.

Silva selbst verwandelte vom Punkt sicher. Bei Hertha fehlte ein konstruktiver Spielaufbau. Auch Matheus Cunha, der erstmals für die brasilianische A-Nationalmannschaft nominiert wurde, konnte seine Kreativität nicht einbringen. So kamen die Gastgeber bis zur Halbzeit nur zu einer einzigen Chance, als Dodi Lukebakio am stark reagierenden Eintracht-Keeper Kevin Trapp scheiterte (32.).

Dost machte es auf der Gegenseite besser. Der 31 Jahre alte Niederländer köpfte nach einer Freistoß-Eingabe von Daichi Kamada wuchtig ein. Damit war Herthas Traum von einem perfekten Saisonstart praktisch schon beerdigt. 25-Millionen-Mann Lucas Tousart blieb blass wie viele seiner Nebenleute. «In allen Bereichen ist es viel zu wenig», bemerkte Herthas Sportdirektor Arne Friedrich zur Pause.

Neuzugang Jhon Cordoba, zunächst nur auf der Bank, durfte dann zu Beginn der zweiten Hälfte den wirkungslosen Angreifer Krzysztof Piatek ersetzen. Labbadia hatte von einer «Gefühlssache» gesprochen bei der Entscheidung zunächst für den Polen - und lag damit falsch.

Auch Arne Maier und Neuzugang Deyovaisio Zeefuik kamen - und nun kam Schwung und Leidenschaft in die Hertha-Aktionen. Frankfurt verteidigte mit Leidenschaft und Glück. Lukebakio scheiterte knapp (58.), alles andere entschärfte der starke Trapp.

Mit einem Schuss aus 16 Metern ins lange Eck erstickte dann Rode Herthas Hoffnung. Hinteregger traf nach einer Torunarigha-Eingabe ins eigene Tor. Am Ende wurde das erste Stadion-Liveerlebnis nach 202 Tagen für die Hertha-Fans aber zur großen Enttäuschung.

© dpa-infocom, dpa:200925-99-714461/3

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