Spielabbruch bei Schmähungen
Schalkes Schneider rät bei Beleidigungen zum «Einstufenplan»

Köln (dpa) - Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider hat sich bei Beleidigungen oder Schmähungen im Stadion für ein radikales Durchgreifen ausgesprochen.

Sonntag, 01.03.2020, 10:41 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 10:44 Uhr
Fordert bei Fan-Schmähungen drastische Konsequenzen: Schalke-Sportvorstand.
Fordert bei Fan-Schmähungen drastische Konsequenzen: Schalke-Sportvorstand. Foto: Tim Rehbein

Auch einen sofortigen Spielabbruch in solchen Fällen hält Schneider für denkbar. «Man kann darüber diskutieren, ob ein Dreistufenplan sinnvoll ist. Wenn ich meinem Kind zweimal androhe und es passiert nichts - dann passiert halt nichts. Genauso war es ja auch in Hoffenheim. Wahrscheinlich ist dieser Dreistufenplan auch nicht die Lösung. Vielleicht brauchen wir einen Einstufenplan: Ein Transparent - Spielabbruch!»

Damit bezog sich Schneider auf die Vorkommnisse beim Bundesliga-Spiel 1899 Hoffenheim gegen Bayern München, wo Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp zum wiederholten Mal mit Transparenten und Sprechchören beleidigt worden war. Die Partie wurde zweimal unterbrochen, bei einem weiteren Vorkommnis hätte ein Spielabbruch gedroht. Auch bei den Partien in Dortmund (gegen Freiburg) und Köln (gegen Schalke) gab es erneut Vorfälle dieser Art und Spiel-Unterbrechungen.

«Ich weiß nicht, was in diesen Köpfen los ist, was die Motivation ist. Dietmar Hopp ist eine Seele von einem Menschen. Der hat mal gar nichts Böses in sich. Er hat nicht nur dem Sport, sondern der Gesellschaft so viel gegeben. Diesen Mann so anzugreifen, zwölf Jahre nachdem die TSG in die Bundesliga aufgestiegen ist - das muss mir mal einer erklären. In mein Hirn geht es nicht mehr rein», sagte Schneider. «Diese wenigen Menschen nehmen 99,9 Prozent der Zuschauer ihr Hobby. Mit welcher Arroganz treten die auf, anderen Leuten das Hobby kaputt zu machen? Da muss jetzt mal ein Selbstreinigungsprozess in den Blöcken rein.»

Mit Blick auf das kommende Bundesliga-Heimspiel gegen Hoffenheim sagte Schneider: «Ich kann nur an alle Schalker appellieren, sich am nächsten Samstag fair zu verhalten. Insgesamt, gegen Dietmar Hopp, gegen die TSG Hoffenheim, gegen Alexander Nübel - ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.»

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