Auftakt beim Herbstmeister
RB legt los: Werner verschnupft - Nagelsmann geheimnisvoll

RB Leipzig ist in die Vorbereitung auf die wohl wichtigste Rückrunde in der Club-Geschichte gestartet. Der Tabellenführer der Bundesliga bleibt dafür zu Hause und will auch beim einzigen Testspiel niemanden zuschauen lassen.

Montag, 06.01.2020, 15:31 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 15:34 Uhr
Hat mit Herbstmeister Leipzig das Training wieder aufgenommen: RB-Coach Julian Nagelsmann (M).
Hat mit Herbstmeister Leipzig das Training wieder aufgenommen: RB-Coach Julian Nagelsmann (M). Foto: Jan Woitas

Leipzig (dpa) - Julian Nagelsmann genoss den Applaus der etwa 500 Fans, gab die ihm überreichte Mini-Meisterschale aus Pappe aber schnell einem Mitarbeiter.

Als letzter Verein der Fußball-Bundesliga ist RB Leipzig am Montag in die Rückrundenvorbereitung gestartet und bemühte sich gleich, den Ball möglichst flach zu halten. «Unser Ziel ist es nach wie vor, unter die besten Vier zu kommen. Und das impliziert ja Platz eins», sagte Nagelsmann nach der gut anderthalbstündigen Einheit.

Von den Kampfansagen der Konkurrenz wollte man sich nicht locken lassen. Die Spielerumfrage im «Kicker» schmeichelte Nagelsmann aber schon. Von 239 teilnehmenden Profis hatten 43,1 Prozent auf einen Meister RB getippt, nur 36 Prozent auf Bayern. «Es ist natürlich schön, wenn man in Umfragen vorn steht. Wenn Spieler das sagen, ist für uns wichtig, dass sie in allen Spielen Gas geben, weil sie den nötigen Respekt haben», sagte der 32-Jährige.

Vielleicht lässt Nagelsmann sich deshalb in der Vorbereitung nicht in die Karten schauen. Das einzige Testspiel findet am Samstag komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. «Man kann sonst weniger testen und die Bewertung der Spiele haben manchmal eine größere Tragweite als gerechtfertigt», begründete der Trainer. Immerhin verriet er, dass er in der Vorbereitung an einer vierten Grundordnung, einer besseren Spieleröffnung und an den Flanken arbeiten will.

Vorerst verzichten muss Nagelsmann dabei auf Timo Werner. Der Nationalmannschaftsstürmer fehlte am Montag wegen einer Erkältung, trainierte nur sehr dosiert in der Akademie. Außerdem fehlten Kevin Kampl (Reha nach Knöchel-OP) und Stefan Ilsanker (krank). Das Duo wird aber in der nächsten Woche im Training zurück erwartet.

Deutlich düsterer sieht es beim an der Hüfte verletzten Ibrahima Konaté und bei Kapitän Willi Orban nach seiner Knie-OP aus. Mit dem Franzosen rechnet Nagelsmann frühestens Mitte Februar, mit Orban erst im April. Eine Neuverpflichtung soll es dennoch nicht geben. «Uns wird niemand seinen besten Innenverteidiger für ein halbes Jahr ausleihen. Ein Kauf kommt nicht infrage», sagte Nagelsmann.

Denn sein Geld will RB für Benjamin Henrichs ausgeben. Mit dem Defensiv-Allrounder von der AS Monaco ist man sich einig, bei der Ablöse mit dem Club noch nicht. «Er ist ein sehr interessanter Spieler. Aber im Moment geht es um Dinge, die nicht bei uns liegen», sagte Sportdirektor Markus Krösche. RB will angeblich 20 Millionen Euro zahlen, die Monegassen wollen aber 25 Millionen haben. Ein Punkt, an dem man bereits im Sommer war.

Auf der linken Abwehrseite ist aber durchaus Handlungsbedarf. Denn Marcelo Saracchi wird für 18 Monate zu Galatasaray Istanbul ausgeliehen, der türkische Spitzenclub bestätigte den Transfer am Montag via Twitter. Zudem ist bei RB geplant, Luan Candido beim brasilianischen Schwesterclub Bragantino Erfahrungen sammeln zu lassen.

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