Bundesliga
Hertha schimpft über Videobeweis nach Remis gegen Freiburg

Die Heimbilanz von Hertha BSC bekommt den ersten Kratzer. Gegen Freiburg reicht es nur zum Remis. Für den größten Aufreger sorgt der Schiedsrichter.

Sonntag, 21.10.2018, 18:44 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 21.10.2018, 18:39 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 21.10.2018, 18:44 Uhr
Der Zweikampf zwischen Palko Dardai (vorn) und Manuel Gulde, der zu dem zurückgenommenen Elfmeter geführt hat.
Der Zweikampf zwischen Palko Dardai (vorn) und Manuel Gulde, der zu dem zurückgenommenen Elfmeter geführt hat. Foto: Jens Büttner

Berlin (dpa) - Die Hertha-Fans verabschiedeten den Schiedsrichter mit wütenden Pfiffen, die Profis der Berliner fühlten sich durch einen umstrittenen Videobeweis um den verdienten Lohn gebracht.

Pal Dardai wollte nach dem 1:1 (1:1) gegen den SC Freiburg aber nicht lange über die Schlüsselszene des Spiels lamentieren. Referee Benjamin Cortus nahm in der 88. Minute einen zunächst verhängten Strafstoß für den Hauptstadtclub nach einem angeblichen Foul von Manuel Gulde an Palko Dardai nach Videobeweis wieder zurück.

«Nicht weil es mein Sohn ist, aber man kann nicht sagen, dass es eine klare Fehlentscheidung ist», sagte Dardai. «Aber wir müssen es akzeptieren. Ich bin der Letzte, der einen Vorwurf macht. Man kann tausend Jahre darüber reden, aber es bringt nichts. Der Referee ist auch ein Mensch.» Der ebenfalls befragte Freiburg-Coach Christian Streich stimmte auf dem Podium im Bauch des Olympiastadions zu: «Da gibt es nichts hinzuzufügen.» Einmütig grinsten sich die beiden Trainer an, beugten sich von ihren Stühlen zueinander - und klatschten ab.

Durch das Unentschieden büßte Hertha seine zuvor makellose Heimbilanz in der Festung Olympiastadion ein. Ondrej Duda (7. Minute) brachte die Berliner vor 53.716 Zuschauern zwar mit seinem sechsten Saisontreffer in Führung. Per Schuss aus gut 20 Metern, den Herthas Arne Maier unglücklich abfälschte, glich Robin Koch (36.) jedoch für die Gäste aus. Zwar hatte Hertha insgesamt die größeren Möglichkeiten, verpasste aber nach zuletzt begeisternden Heimsiegen über den FC Bayern und Borussia Mönchengladbach den Sprung auf Platz zwei der Fußball-Bundesliga.

Anschließend formulierten die Hertha-Profis ihren Frust deutlicher als der Coach. «Das fühlt sich wie eine Niederlage an», schimpfte der erneut starke Rechtsverteidiger Valentino Lazaro. «Wir hatten mit einigen Entscheidungen extremes Pech. Ich habe mir sagen lassen, dass es keine hundertprozentige Fehlentscheidung war. Und ich weiß dass der Videoschiedsrichter nur eingreifen soll, wenn es eine hundertprozentige Fehlentscheidung war.»

Im Laufduell zwischen Gulde und Dardai zerrten beide Profis und kamen am Rand des Strafraums zu Fall. «Ich war völlig perplex, als er auf den Punkt zeigt. Ich dachte, es war klares Stürmerfoul. Das wäre heftig gewesen», sagte Innenverteidiger Gulde und schilderte die Szene: «Er zieht mich, ich nehme das dankend an und falle hin.»

Hertha blieb damit im vierten Heimspiel dieser Saison erstmals ohne Sieg und feierte nur einen Erfolg in den vergangenen elf Aufeinandertreffen mit den Freiburgern. «Wir hatten genug Möglichkeiten, die Genauigkeit hat gefehlt», urteilte Dardai.

Die Freiburger setzten sich ihrerseits dank einer Leistungssteigerung nach schwachem Start weiter im Mittelfeld der Tabelle fest. «Natürlich bin ich froh, dass wir einen Punkt geholt haben gegen eine solch starke Mannschaft», sagte Streich zufrieden. Dennoch trauerte er sogar noch ein wenig einem verpassten Dreier hinterher. Bei klügeren Entscheidungen wäre sogar «Lucky Punch» möglich gewesen, betonte der SCF-Coach: «Die Jungs fighten und machen alles, aber wir müssen in der Schlussphase einfach besser Fußball spielen.»

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